Ptolemaios, Klaudios

Klaudios Ptolemaios (um 100 bis 178 n. Chr.), oder in lateinischer Schreibweise Ptolemaeus, war der berühmteste Astronom des Altertums. Er faßte das geozentrische Weltbild seiner Zeit in mathematisch ausgearbeiteter Form in dem Monumentalwerk Mathematike Syntaxis - Mathematische Zusammenstellung - zusammen. Später fügte man megale (große) hinzu. Die arabischen Übersetzer machten daraus sogar megiste (größte) und setzten ihren Artikel davor: Al-magest. Unter diesem Namen ist es uns überliefert. Dazu stellte er wie Hipparchos eine Sehnentafel auf. In ihr benutzte er die 24 griechischen Buchstaben und drei dem Phönizischen entnommene Zeichen, um die Zahlen 1,...,9,10,...,90,100,...,900 darzustellen. Von den Babyloniern übernahm er eine Bezeichnung für die Null, nur ersetzte er deren Keilschriftsymbol dafür durch einen kleinen Kreis.

Daneben fertigte Ptolemäus auch eine Erdkarte an und legte damit den Grundstein der Kartographie, indem er u. a. das Gradnetz einführte, die Projektionslehre, die Nordorientierung und die kartographische Zeichensprache.

In neuerer Zeit hat das Ansehen des Ptolemäus jedoch großen Schaden gelitten, da ihm zuerst 1817 der französische Astronom und Mathematiker Jean Delambre gefälschte und fingierte Beobachtungen, vorgefaßte Meinungen, Lügen und Plagiat vorwarf. Dies wurde 1977 und nochmals 1985 durch den englischen Astronomen R. R. Newton in vollem Umfang bestätigt. So sind etwa fast alle von Ptolemäus angeblich selbst gemachten Beobachtungen fiktiv oder von Hipparchos übernommen, dessen Längenangaben nur 2o40', der Wert der aufgelaufenen Präzession, hinzugefügt wurden. Diesem vernichtenden Urteil über Ptolemäus hat sich B. L. van der Waerden in seinem 1988 erschienenen Buch Die Astronomie der Griechen angeschlossen.