Adam Ries

Adam Ries, geboren 1492 in Staffelstein, gestorben am 30. März 1559 in Annaberg, ist sprichwörtlich bekannt. Nach Wanderjahren wurde er 1517 in Erfurt seßhaft, wo er 1522 erstmals als "Rechenmeister" genannt wird. Dort (und später in Annaberg) betrieb er eine Rechenschule, in der er das Rechnen "auf den linihen", d. h. auf dem Rechenbrett, und "mit der Feder", d. h. das schriftliche Rechnen mit indischen (arabischen) Ziffern, lehrte. Seine meisterhaft geschriebenen Rechenbücher, mit die ersten in deutscher Sprache, wurden bis ins 17. Jahrhundert nachgedruckt (sein zweites Rechenbuch erschien in mindestens 108 Auflagen!) und haben maßgeblich zur Vermittlung der Rechenkunst im Volk beigetragen. Ein wissenschaftlich bedeutsames Werk, die " Coss" (von cosa, was "Unbekannte" bedeutet), in dem die Algebra quadratischer Gleichungen behandelt wird, fand zu seinen Lebzeiten keinen Verleger und wurde erst 1992 erstmals gedruckt. Zugleich war er mit hohen öffentlichen Ämtern im erzgebirgischen Bergbau betraut und aktiv am Aufstieg Annabergs zur blühenden Bergstadt beteiligt.

Die Redewendung "Das macht nach Adam Ries..." wird heute in der Bedeutung von "Das ist richtig gerechnet..." verwendet.

Von der Deutschen Bundespost wurde er durch zwei Briefmarken (1959 und 1992) geehrt. Auf der älteren ist das einzig erhaltene Porträt von Adam Ries wiedergegeben.

Eine neuere Biographie von Hans Wußing ist 1992 im Teubner Verlag erschienen.

Weitere Informationen zum Leben und Werk von Adam Ries sind erhältlich bei

Adam-Ries-Bund e.V.
Annaberger Rechenschule
Johannisgasse 23
09465 Annaberg-Buchholz

Telefon (0 37 33) 2 21 86
Dort kann man auch eine Biographie von Adam Ries in Form eines Comics erwerben.