2.2 Wissenschaftler


Die Erfindung des in der Enigma verwendeten Arbeitsprinzips geht auf die Jahre des Ersten Weltkriegs zurück, als der amerikanische Bauunternehmer Edward Hugh Hebern (1869 - 1952) 1917 eine rotierende Vorrichtung zur polyalphabetischen Substitution mit unabhängigen Alphabeten erfand. Er bot seine Chiffriermaschinen vergeblich dem amerikanischen Militär an. 1918 meldete der Ingenieur Arthur Scherbius (1878 - 1929) das Rotorprinzip zum Patent an. Er stellte in seiner Chiffriermaschinen AG in Berlin die mit dem griechischen Wort für Rätsel als "Enigma" bezeichnete Maschine her und führte sie 1923 in Bern und 1924 beim Weltpostkongreß in Stockholm der Öffentlichkeit vor. Die Enigma war damals nicht geheim. 1927 kaufte Scherbius die Patente des Niederländers Hugo Alexander Koch, der 1919 das Rotorprinzip selbst neu erfunden hatte. Die technische Weiterentwickelung der Enigma leitete nach Scherbius Tod 1929 Willi Korn. Auch in Schweden war das Rotorprinzip 1919 unabhängig erfunden worden. In allen Ländern war das Interesse staatlicher Stellen an diesen Maschinen zunächst gering. In Deutschland übernahm die Reichswehr die Enigma, und als mit Hitler 1933 die massive Aufrüstung eingeleitet wurde, gehörte die Enigma zum Programm.

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