Webprojekt: Sichere Datenübertragung

von Kareen Henkel, Susanne Helbig und Jan Kriener


4.4.2 Asymetrische Verschlüsselung

Dieses Verschlüsselungsverfahren wurde von Diffie (Veröffentlichung im Sommer 1975) entwickelt und arbeitet mit dem so genannten asymmetrischen Schlüssel. Alle anderen vorgestellten Verschlüsselungsverfahren arbeiten mit einem symmetrischen Schlüssel, d.h. die Entschlüsselung ist die Umkehrung der Verschlüsselung. Bei dem asymmetrischen Verfahren unterscheiden sich die Schlüssel, wie es der Name ausdrückt, d.h. Verschlüsselungs- und Entschlüsselungsschlüssel unterscheiden sich voneinander.
Das bedeutet, wenn eine Person eine Botschaft verschlüsselt, kann sie nur noch mit dem passenden Dechiffrier-Schlüssel Zugang zur Botschaft erlangen.

Bei diesem Verfahren wird der Dechiffrier-Schlüssel geheim gehalten, daher auch die Bezeichnung privater Schlüssel. Im Gegensatz dazu veröffentlicht man den Chiffrier-Schlüssel, daher entstand die Bezeichnung öffentlicher Schlüssel.
Falls nun Person A an Person B eine Mitteilung schicken möchte, muss Person A den Text mit dem Chiffrier-Schlüssel von Person B verschlüsseln. Dieser Schlüssel kann persönlich übergeben werden oder öffentlich zugänglich abgelegt sein (zum Beispiel auf einem Schlüssel-Server). Danach kann die Mitteilung versendet werden und nur noch von Person B mit dem passenden Dechiffrier-Schlüssel entschlüsselt werden.
Der große Vorteil bei diesem Verfahren ist, dass kein Austausch der Schlüsselinformationen erfolgen muss, d.h. die Schlüsselvereinbarung und -verteilung entfällt. Der öffentliche Schlüssel kann für alle Menschen bereitgestellt werden, dabei ist es aber nur dem Besitzer des Dechiffrier-Schlüssels möglich, die Botschaften zu entschlüsseln, alle anderen Schlüssel sind nicht in der Lage dazu. Dadurch wird das Kernproblem bei der symmetrischen Verschlüsselung umgangen, der sichere Transport des Schlüssels.

Beispiel Vorhängeschloss

Dabei kann man das asymmetrische Verfahren so verstehen, dass eine beliebige Person eine Botschaft in eine Kiste packt und ein Schloss einschnappen lässt. Das Öffnen des Schlosses ist dann nur noch dem Besitzer mit dem passenden Schlüssel möglich.
Das bedeutet, Person A stellt eine große Menge von identischen Schlössern her und verteilt diese an alle Postämter. Person B möchte jetzt an Person A eine Botschaft übermitteln. Dazu legt er diese in die Kiste und verlangt bei seinem Postamt das Schloss von Person A, mit welchem er die Kiste verschließt. Nun kann nur noch Person A diese öffnen, da nur A im Besitz des Schlüssels ist.

zur vorherigen Seite      zurück zur Übersicht      zur nächsten Seite