Webprojekt: Sichere Datenübertragung

von Kareen Henkel, Susanne Helbig und Jan Kriener


8.4 Whitfield Diffie

Whitfield Diffie

Whitfield Diffie wurde 1944 in New York geboren und interessierte sich schon sehr früh für Mathematik, Zahlen und Tabellen. Später entwickelte er sich zu einem unabhängigen Sicherheitsexperten und Kryptographen. Man bezeichnete ihn auch als sogenannten Cypher-Punk, was nichts anderes heißt, als sich intensiv mit Verschlüsselung zu befassen. Er bezeichnete sich sogar selbst als einen Narren, der eine Idee hat, die im Versuch 99 Mal fehlschlägt und von der er dann noch so befangen ist, dass er auch zum 100. Mal einen Versuch unternimmt, um seine Idee umzusetzen. Dass man manchmal ein Narr sein muss, um zum Erfolg zu kommen, hat Diffie später mit seiner Entwicklung der Diffie-Hellmann-Schlüsselvereinbarung bewiesen, die zugleich die Lösung des Schlüsselverteilungsproblems war.

Das Problem der Schlüsselverteilung war Diffies Hauptinteresse. Zudem hatte er die Vision einer "verdrahteten Welt" im Kopf, die es den Menschen ermöglichen sollte, sich gegenseitig Nachrichten zu schicken. Er war davon überzeugt, dass die Privatsphäre dieser Menschen durch Verschlüsselung geschützt werden musste und stieß auch hier wieder auf das Problem der Schlüsselverteilung. Die Richtigkeit dieser Erscheinung zeigte 1969 erste Ansätze solch einer "verdrahteten Welt" mit der Entstehung des ARPAnet.

Das ARPAnet war ein Zusammenschluß von mehreren Computern in den USA. ARPA steht hierbei für Advanced Research Projects Agency. Es war zunächst nur für militärische Mittel gedacht. Das Ziel des amerikanischen Verteidigungsministerium war es, einen Schutz vor Handlungsunfähigkeit bei einem nuklearen Angriff auf das Pentagon zu erlangen. Im Falle eines Angriffes sollten wichtige Daten an verschiedenen Standorten auf mehreren Computern bereit stehen, die dann über das ARPAnet jederzeit hätten abgerufen werden können. 1982 entstand dann aus diesem Netzwerkverbund das Internet. Es war jedoch noch nicht das Internet in seinen heutigen Ausmaßen. Das Internet diente zu dieser Zeit nur wissenschaftlichen Zwecken und es waren damals nur wenige Universitäten an dieses Netz angeschlossen. Ende der 80er Jahre änderte sich dies jedoch schlagartig und die Nutzerzahl des Internet stieg exponential an, als auch Privatleuten der Zugang zum Internet ermöglicht wurde. Die Folge aus dieser hohen Nutzerzahl und Anonymität war eine steigende Unsicherheit bei der Datenübertragung. Niemand konnte sich sicher sein, ob seine Daten auch ungelesen und unverändert ihr Ziel erreichen würden.

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