Webprojekt: Sichere Datenübertragung

von Kareen Henkel, Susanne Helbig und Jan Kriener


2.2 Kryptographie

Dieser Begriff ist aus dem griechischen Wort kryptos (verborgen) abgeleitet. Anders als bei der Stenographie ist es bei diesem Verfahren nicht das Ziel, die Existenz einer Nachricht zu verbergen, sondern den Sinn des Inhalts zu verschleiern. Dies wird durch die Verschlüsselung erreicht.

Bei der Verschlüsselung "verwürfelt" man nach einem bestimmten System die Buchstaben bzw. Worte eines Textes. Dieses System spricht der Sender vorher mit dem Empfänger ab. So kann dieser den Inhalt der verschlüsselten Botschaft wieder verdeutlichen, indem er das System umgekehrt anwendet. Man spricht in der Kryptographie von einem Klartext (die unverschlüsselte Nachricht) und einem Geheimtext (die verschlüsselte Nachricht). Der entscheidende Vorteil ist, dass es für einen Dritten, der das vereinbarte Verschlüsselungssystem nicht kennt, sehr schwer oder fast unmöglich ist, von dem Geheimtext auf den Klartext zu schließen. Also ist die Geheimhaltung der Botschaft nicht sofort verloren, wenn ihre Existenz entdeckt wird.

Die zwei Hauptzweige der geheimen Kommunikation, die Stenographie und die Kryptographie, können natürlich auch miteinander verknüpft werden, um ein noch höheres Maß an Sicherheit zu garantieren.
Ein Beispiel dafür ist der im Zweiten Weltkrieg eingesetzte Mikropunkt, der von deutscher Seite aus dazu benutzt wurde, um die Geheimhaltung einer Nachricht zu garantieren, selbst wenn sie von den Amerikanern abgefangen würde. Bei diesem Verfahren wurde eine Textseite erst verschlüsselt und anschließend fotografisch auf einen Punkt mit knapp einem Millimeter Durchmesser verkleinert. Diesen Mikropunkt brachte man dann auf einem Brief unter, der keine wichtigen Informationen beinhaltete. Für die Amerikaner, die diesen Brief abfingen, war der geheime Text ein unscheinbarer Punkt, der auch als Dreckfleck gedeutet werden konnte. Selbst als sie durch einen anonymen Tipp darauf hingewiesen wurden, abgefangene Dokumente auf solche Punkte zu untersuchen, konnten sie dennoch den Inhalt der geheimen Botschaft nicht erschließen, da man ja neben der Stenographie auch die Kryptographie ins Spiel gebracht hatte.
Vergleicht man diese beiden Verfahren, so ist die Kryptographie eindeutig die sichere Variante, da sie das Risiko, dass ein Dritter an die geheime Information gelangen könnte, fast ausschließt.

Es gibt verschiedene Methoden, durch Kryptographie eine Nachricht zu verschlüsseln. Die zwei am häufigsten verwendeten Verfahren sind die Transposition (Veränderung der Anordnung der Buchstaben in der Botschaft) und die Substitution (Ersetzen der Buchstaben durch andere).

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