Webprojekt: Sichere Datenübertragung

von Kareen Henkel, Susanne Helbig und Jan Kriener


3.2.2 One-Time-Pad

Diese Art der Chiffrierung ist eine Form der polyalphabetischen Verschlüsselung. Ihr Prinzip entspricht der Vigenère-Verschlüsselung. Jedoch haben beim One-Time-Pad der Schlüssel und der geheime Text die gleiche Länge, was Wiederholungen und somit eine Erleichterung für Kryptoanalytiker ausschließt. Außerdem besteht der Schlüssel nicht aus einem logischen Wort oder Satz, sondern aus wahllos aneinander gereihten Buchstaben, was wiederum ein Erschwernis bei dem Herausfinden des Schlüssels zur Folge hat. Der Name "One-Time-Pad" rührt daher, dass der Schlüssel immer nur einmal verwendet und nach dem Erstellen des Geheiheimtextes sofort vernichtet wird. Durch all diese Verbesserungen zum einfachen Vigenère-Verfahren ist eine weitere Steigerung der Sicherheit erreicht worden.
Um dieses System in der Praxis anzuwenden, produzierte man zum Beispiel ganze Stapel von One-Time-Pads (Blätter, die voll mit zufälligen Buchstabenfolgen sind). Natürlich mussten diese in mehrfacher Ausführung gedruckt werden, um den Partnern der geheimen Datenübertragung die einfache Ver- bzw. Entschlüsselung zu ermöglichen.
Das birgt jedoch auch einen großen Nachteil. Da immer nur eine Nachricht pro One-Time-Pad verschlüsselt wird, ist es notwendig, in kurzer Zeit sehr viele von ihnen herzustellen. Dieses Problem beinhaltet nicht nur das des reinen Druckens, sondern auch das der Logistik. Die produzierten One-Time-Pads müssen schließlich an alle Beteiligten verteilt werden, egal wie weit sie voneinander entfernt sind oder welche Umstände gerade herrschen (z.B. Kriege, Unwetter).
Trotz dieses großen Nachteils nutzte man das One-Time-Pad-System häufig, da es eines der sichersten ist. Vor allem für strenggeheime Regierungsangelegenheiten und Kriegsstrategien war dieses Verschlüsselungsverfahren unverzichtbar.

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