Webprojekt: Sichere Datenübertragung

von Kareen Henkel, Susanne Helbig und Jan Kriener


6 Probleme der sicheren Datenübertragung

6.1 Probleme mit dem Computer

Der Einsatz von Verschlüsselungen am Computer stellt einige Hürden, die es zu überwinden gilt. Ungeachtet dessen gibt es einen ständigen Krieg zwischen den Kryptologen und den Kryptoanalytikern.

Das bedeutet, dass die Kryptologen sich immer bessere Systeme ausdenken müssen, um die Sicherheit soweit zu erhöhen, damit die Informationen wieder geschützt sind.
Dabei besteht das Problem, dass mit einer verstärkten Sicherheit auch die Algorithmen größer und komplexer werden müssen. Dies führt dazu, dass eine höhere Rechenleistung benötigt wird, um die Verschlüsselung und Entschlüsselung in einer für den Nutzer vernünftigen Zeit zu berechnen. Aber andererseits wird die Kryptoanalyse mit zunehmenden Ressourcen auch leistungsfähiger, wodurch sich für die Kryptoanalytiker ein Vorteil ergibt.
Hohe Sicherheit erfordert komplexe Algorithmen! Je komplexer ein Algorithmus wird, je mehr steigt das Risiko, dass dabei Fehler entstehen.

Ein weiteres Problem ist die Schlüsselstärke. Je größer ein Schlüssel ist, umso sicherer sind die Daten vor anderen geschützt. Leider erhöht sich mit einer zunehmenden Schlüssellänge auch die Laufzeit des Algorithmus. Dies ist besonders bei älteren Rechnern ein Nachteil.

Neben der Schlüssellänge müsste man sich ein sicheres, langes und schlecht zu erratendes Passwort wählen. Im Idealfall ist das ein Passwortsatz (Phase Phrase). Dabei sollten verschiedenste Wörter, Satzzeichen und Zahlen zum Einsatz kommen. Um diese Bedingungen zu erfüllen, zeigen sich die Vorteile eines Passwortsatz es, der sich mit allen Zeichen leichter merken lässt.

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6.2 Probleme für die Allgemeinheit

Im Laufe der Zeit wurden immer bessere und sichere Verschlüsselungssysteme entwickelt. Natürlich komplizierte man sie ständig, um den Kryptoanalytikern stets einen Schritt voraus zu bleiben. Spätestens ab dem Digitalisieren der Verschlüsselungsmethoden fiel es dem einfachen Privatmann schwer, mit den Weiterentwicklungen mitzuhalten. Dieser musste jetzt auf einfachere Verfahren, welche geringere Sicherheit garantierten, zurückgreifen. Die neuen weiterentwickelten Systeme waren nun vorwiegend Großunternehmen, Rechenzentren und Institutionen der Regierung, wie z.B. den Geheimdiensten, vorbehalten. Doch dann schuf Phil Zimmermann mit seinem PGP wieder eine Möglichkeit, dass auch der Durchschnittsbürger Daten geschützt übertragen kann. Diese Errungenschaft rief eine auch heute noch sehr umstrittene Frage auf den Plan: Ist es überhaupt von Vorteil, wenn jeder seine Geheimnisse unzugänglich verbirgt?
Bis zum PGP war es für die Geheimdienste und die Polizei relativ einfach, an Informationen über kriminelle Machenschaften zu gelangen. Zimmermanns Entwicklung jedoch ermöglicht nun auch, dass gesetzeswidrige Komplotte geschmiedet werden, die vielleicht für immer unentdeckt bleiben. Dieses Argument nutzen die Gegner des PGP, welche darauf dringen, dass das System eingeschränkt wird. Das solle so weit gehen, dass die Gesetzeshüter in der Lage wären, jede Verschlüsselung mit nicht all zu großem Aufwand zu knacken.
Dagegen argumentieren diejenigen, welche sich für uneingeschränkten Datenschutz einsetzen. Sie plädieren dafür, dass jeder das Recht auf Privatsphäre hat. Daraus abgeleitet ergibt sich also auch das Recht auf die Geheimhaltung der eigenen Daten.
Die Ziele dieser beiden Fronten miteinander zu vereinbaren, ist eine schwierige Aufgabe, die man auch heute noch nicht endgültig gelöst hat.

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