Webprojekt: Sichere Datenübertragung

von Kareen Henkel, Susanne Helbig und Jan Kriener


2.1 Stenographie

Der Begriff ist aus den griechischen Wörtern steganos (bedeckt) und graphein (schreiben) abgeleitet. Demnach ist die Stenographie eine Methode der geheimen Nachrichtenübermittlung, bei der verborgen wird, dass überhaupt eine Botschaft existiert.

Erste Anwendungen der Stenographie reichen bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurück. Eine Methode aus dieser Zeit, die auch in Griechenland Anwendung fand, ist die, einem Boten den Kopf zu rasieren und anschließend mit haltbarer Farbe eine Nachricht auf die Kopfhaut zu schreiben. Natürlich durfte diese nicht dringend sein, da man abwarten musste, bis die Haare nachgewachsen und die Schriftzüge nicht mehr zu erkennen waren. Nach einiger Zeit konnte der Bote nun seine eigentliche Aufgabe aufnehmen und den Empfänger aufsuchen. Dieser rasierte ihm zum zweiten Mal den Kopf und konnte nun die Nachricht lesen.
Neben den alten Griechen beschäftigte man sich auch in China mit verschiedenen Möglichkeiten, geheime Botschaften unentdeckt zu übermitteln. Ein Beispiel beschreibt, dass ein Text auf ein Stück Seide geschrieben wurde, die man anschließend zu einem Kügelchen zusammenrollte und in Wachs tauchte. Dieses musste der Bote, der als Vermittler zwischen Absender und Empfänger diente, dann schlucken.
Eine andere Methode beschrieb im 16. Jahrhundert ein italienischer Wissenschaftler namens Giovanni Battista della Porta. Er benutzte eine Art unsichtbare Tinte um eine Botschaft auf einem hartgekochten Ei zu verbergen. Porta schrieb auf die Schale und sofort verschwand der geheime Text. Für einen Außenstehenden glich es nun einem gewöhnlichen Ei. Außerdem, wer käme schon auf die Idee eine Nachricht auf oder in einem Ei zu suchen? Der Empfänger jedoch, der über die Methode Bescheid wissen, schält es und entdeckt deutlich lesbar die Botschaft.

Viele Jahrhunderte bot die Stenographie ein ausreichendes Maß an Sicherheit. Jedoch hat sie einen entscheidenden Nachteil. Wenn man die Nachricht entdeckte, indem man zum Beispiel den Boten durchsuchte und ihn auf verschiedene bekannte Methoden des Versteckens untersuchte, war der Inhalt der Nachricht sofort preisgegeben. Deswegen wurde es nötig, zusätzliche Verfahren zu entwickeln. So entstand die Kryptographie.

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