Webprojekt: Sichere Datenübertragung

von Kareen Henkel, Susanne Helbig und Jan Kriener


8.10 Johannes Trithemius, Humanist des ausgehenden Mittelalters und der Renaissance

Johannes Trithemius

Im Jahre 1462 wurde in Trittenheim an der Mosel, mit Johannes Trithemius ein weiterer bedeutender humanistischer Gelehrter des ausgehenden Mittelalters geboren. Nach dem Besuch der Schulen in Trier, Köln, den Niederlanden und Heidelberg, trat er 1482 in das im Nahetal gelegene Benediktinerkloster Sponheim ein und wurde dort kurze Zeit später zum Abt gewählt. Mit ihm entwickelte sich das Kloster zu einem Zentrum humanistischer Gelehrsamkeit. Seine eigen angelegte Bibliothek umfaßte mehr als 2000 Bücher, eine herausragende wissenschaftliche Sammlung für diese Zeit. Literarischen Ruhm brachte ihm das heute noch anerkannte Nachschlagewerk über die kirchlichen Schriftsteller "De scriptoribus ecclesiaticis" ein. Eher umstritten sind seine Werke zur Geschichtsschreibung des Klosters Sponheim oder zum Ursprung der Franken, in denen er sich historischer Fälschungen bediente.
Nach internen Querelen verließ Johannes Trithemius das Kloster Sponheim im Jahre 1506 und setzte sein literarisches Schaffen in der Abtei St. Jakob in Würzburg unter schwierigen Bedingungen fort, wo er 1516 starb. Zu seinem umfangreichen Arbeiten gehören auch etwas dubiose Werke, die sich mit Geheimschriften, kryptographischen Theorien und Alchemie befassen, inklusive magischer Rezepte und religiös-psychologischer Deutungen der Natur, welches auf die Vorstellung der "prima materia" des Aristoteles zurückgeht. Allerdings sind es gerade diese letzteren Werke, die in jüngster Zeit die Neugier einer breiteren Leserschaft geweckt haben.

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