Internet-Projekt für Theoretische Mathematik

Spiralen in Naturwissenschaft, Technik und Kunst

Dieses Dokument wurde während der Pojektwoche duch Susanne Helbig, Kareen Henkel und Jan Kriener des Beruflichen Gymnasiums für Technik "Julius Weisbach" erstellt.

4. Forscher

4.16 François Vičte

François Vičte François Vičte wurde 1540 in Fontenay-le-Comte geboren und starb 1603 in Paris. Als Sohn eines Juristen studierte auch er Jura, arbeitete dann aber, anstatt eine universitäre Laufbahn einzuschlagen, ab 1564 als Privatlehrer im Dienste einer adligen Familie. Ab 1570 war er als Rechtsanwalt in Paris und ab 1580 im Parlament und als Berater des Königs tätig. 1584-1589 musste er aus politischen Gründen eine Dienstpause einlegen und widmete sich in dieser Zeit vor allem der Mathematik. 1599 schied Vičte aus Gesundheitsgründen endgültig aus dem Staatsdienst aus.

Vičte behandelte Probleme der Geographie, Astronomie und Erdmessung. Auf dem Gebiet der Mathematik hatte er erhebliche Kenntnisse. Unter anderem legte er durch Verflechtung geometrischer und algebraischer Methoden den Grundstein zur analytischen Geometrie, lieferte wesentliche Beiträge zur numerischen Gleichungsauflösung und fand den ersten rein analytischen Ausdruck für pi (durch Beschäftigung mit Archimedes' "Kreismessung").

In einem seiner mathematischen Werke, dem "Variorum de rebus mathematicis responsorum" (um 1590), behandelt er die archimedischen Spirale. Vičte gibt eine Näherungskonstruktion für die Spiralentangente an. Weiterhin löst er mit Hilfe der Spirale einige Quadraturprobleme am Kreis.

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Quelle: Lexikon bedeutender Mathematiker, 1. Auflage - Leipzig: Bibliograghisches Institut, 1990
Johanna Heitzer 'Spiralen - Ein Kapitel phänomenaler Mathematik', Klett Verlag