Wohl dem, der keine Erben hat

"Der wilde Osten!" sagte Hauptkommissar Fuhrholz. "Ich lerne noch immer. Da verlangen Leute, eine ganze Menge übrigens, daß ein Mitbürger, der gestorben und ordnungsgemäß beerdigt ist, wieder ausgebudelt wird. Weil ein Verbrechen vorliegen könnte. Weil der Mensch nach ihrer Meinung nicht ordnungsgemäß aus dem Leben geschieden ist." - Die Rede war von Erich Hammer, der, gesund und gutbetucht, nach einer Familienfeier plötzlich und in aller Stille starb. Und als Kommissar Maroske im Ort des Geschehens fragte: "Was meinen Sie, warum hat man ihn umgebracht?", hieß es: "Geld. Was denn sonst? Schon früher hatten manche nur die Mäuse im Kopf, aber heute gibt's ja kaum noch ein anderes Thema." - Eben dieses Thema hatte Stunden vor Hammers Tod zu erheblicher Verstimmung zwischen ihm und seinen Kindern geführt.

Seinen 65. Geburtstag hatte Erich Hammer sich anders vorgestellt, harmonischer vor allem. Doch seine Kinder waren rasch zur Sache gekommen. Sie verlangten das ihnen zustehende Erbe jetzt, wollten darauf nicht warten bis nach seinem Tod, mit dem sobald nicht zu rechnen war.

Natürlich hatte er sich aufgeregt über so unverhohlene Begehrlichkeit. Am nächsten Morgen war er tot, in aller Stille an Herzversagen gestorben, wie es schien. Im Ort aber ging das Gerücht um, daß da jemand nachgeholfen hat.