Sirenengesang

"Lügen haben kurze Beine" ist eine auch Otto Wermke geläufige Volksweisheit, die ihn jedoch nicht davor bewahrt, sich in Schwindeleien zu verstricken. Und so muß er denn auch seine betagten Beine strecken, wenn er nicht wie Wilhelm Klausner, ein Schwadroneur und grau gewordener Don Juan, mit dem er ein Zimmer in einem Berliner Feierabendheim teilt, in den Ruf eines unwürdigen Greises geraten will

Sein Freund hat nämlich über die Pfingstfeiertage das Seniorendomizil verlassen, um, wie er nur ihm unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraute, auf Freiersfüßen zu wandeln. Als er zur vereinbarten Zeit nicht zurückkehrt und aus Sorge um ihn die Polizei eingeschaltet werden soll, forscht Otto Wermke nach seinem Verbleib - macht die Bekanntschaft von Hauptmann Mönch sowie die Erfahrung, daß Alter nicht vor Torheit schützt.