Quiz mit Kemelman

Am Anfang war die Detektivgeschichte; die Gattung des Kriminalromans, die heute das Feld beherrscht, ist erst viel später entstanden. Man könnte auch sagen, am Anfang war Sherlock Holmes, unbestrittenermaßen geistiger Ahnherr zahlloser mehr oder weniger nach seinem Vorbild geformter Helden, die allerdings im Laufe der Jahre Eigenleben gewonnen und sich von der Vorlage gelöst haben. So lesbar die Sherlock Holmes-Geschichten heute noch sind, so wenig vorstellbar erscheint es, der Meister köe dem Leser in einer modernen Kriminalerzählung begegnen. Daß eben dies in gewissem Sinne aber doch möglich ist, beweist Harry Kemelman in dem vorliegenden Band. Zwar ist sein Professor Nicholas ("Nicky") Welt kein Übermensch wie Sherlock Holmes, doch wie dieser löst auch er seine "Fälle" allein mit logischem Denken. Wo allerdings Conan Doyles Meisterdetektiv gelegentlich ein Kaninchen aus dem Hut zieht, indem er eine Deduktionskette erläutert, deren Glieder dem Leser nicht alle bekannt waren, vermeidet es Kemelman strikt, Nicky Welt Indizien in die Hand zu geben, über die der Leser nicht ebenfalls verfügt. So bietet es sich hier an, den Leser aktiv an der Aufklärung der Verbrechen teilnehmen zu lassen, von denen die acht Stories dieses Bandes berichten. Er hat die gleichen Chancen wie der Detektiv; zu Beginn jeder Geschichte wird ein mehr oder weniger versteckter Hinweis gegeben, der die Lösung des Problems erleichtert; am Schlu&sz; wird gezeigt, wo jeweils der Ansatz zur Lösung lag.