Am Samstag aß der Rabbi nichts

Sie fanden Isaac Hirsh am Vorabend von Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, tot in seiner Garage. Er saß im Wagen; der Motor lief nicht mehr, weil das Benzin alle war, aber die Zündung war noch eingeschaltet. Die Polizei entdeckte keinen eindeutigen Beweis für Selbstmord und stellte Unfalltod fest. Die Lebensversicherung ermittelt nun auf eigene Faust: Bei Unfalltod muß sie die doppelte Summe zahlen, bei Selbstmord gar nichts. Durch diese Ermittlungen aber wird der alte Goralsky stutzig: Hat der Rabbi den Friedhof der jüdischen Gemeinde entweiht, indem er einen Selbstmörder dort beisetzte? Der alte Goralsky ist strenggläubig und starrsinnig. Und die Gemeinde ist bereit, ihm jeden Wunsch zu erfüllen: Goralsky steht im Begriff, einen Anbau der Synagoge zu finanzieren - und der Gemeindevorsteher ist Architekt. So gerät Rabbi David Small zwischen die Mühlsteine: Das Begräbnis ist eine rituelle Handlung, die er nur vor seinem Gewissen zu verantworten hat - kein Gemeindevorstand darf ihm da hineinreden. Aber ein Gemeindevorstand kann sich jederzeit nach einem anderen Rabbiner umsehen. Rabbi Small spricht den Fall mit Polizeichef Lanigan durch, er diskutiert mit dem Detektiv der Versicherungsgesellschaft - immer in der Absicht, einen Beweis gegen die Selbstmordtheorie zu finden: Es muß ein Unfall gewesen sein! Aber er gerät in eine Patt-Situation: Die Versicherung kann den Selbstmord nicht beweisen und er nicht den Unfall. Und dann wird dem Rabbi auf einmal klar, daß es weder das eine noch das andere gewesen sein kann - es war Mord. Aber das läßt sich erst recht nicht beweisen.