Labyrinthe

Die Geschichte des Labyrinths reicht zurück bis in die Mythologie der antiken Welt. Der Sage zufolge soll Daidalos für den kretischen König Minos eine verwirrend unübersichtliche Palastanlage gebaut haben, in deren Mitte in einem Gewirr verschlungener Gänge der Minotauros hauste und seine menschlichen Opfer verschlang. Unterschiedlichste Darstellungen dieses Labyrinths - in Quadrat- und Kreuzform, in spiralförmigen Windungen oder als turmartiges Gebäde - finden sich auf kretischen Münzen, auf Vasenbildern, Mosaiken und sogar auf pompejanischen Graffito, das vermutlich als Kinderspiel gedient hat. Daß dieser spielerische Reiz unvermindert andauert, daß das Aufspüren des sprichwörtlichen Ariadnefadens, der ins Freie führt, das Unterscheiden zwischen Wegen und Irrwegen nichts von seiner Faszination eingebüßt hat, beweisen Ulrich Kochs mit raffiniertem Witz und viel Kunstfertigkeit angelegte Labyrinth-Variationen mit ihren interessanten graphischen, architektonischen und auch organischen Strukturen. Sich auf diese kunstvoll geplanten Verwirrspiele einzulassen und sie zu entwirren ist ein geistig-sinnliches Vergnügen.