Der Zauberspiegel des M. C. Escher

Der Niederländer Maurits Cornelis Escher, 1898 in Leeuwarden geboren und 1972 gestorben, hatte nach kurzem Architekturstudium rasch zur graphischen Kunst gefunden, obwohl ihm seine Lehrer bescheinigten, daß er "zu verbissen, zu literarisch-philosophisch", also zu wenig künstlerisch arbeite. Während eines unstet-neugierigen Wanderlebens, das ihn ab 1922 durch Italien, Spanien, die Schweiz und Belgien führte, ehe er sich 1941 endgültig in Holland niederließ entwickelte er eine Methode des Zeichnens, die nicht ihresgleichen hat. Ganz theoretisch gesprochen ist es die suggestive Meisterschaft, mit zwingender Logik eine räumliche Situation auf einer Fläche entstehen zu lassen: für den Betrachter ein unendliches Vexierspiel, denn kaum glaubt man, die optische Illusion durchschaut zu haben, erliegt man bereits wieder dem darstellerischen Raffinement - Escher läßt wie durch einen Zauberspiegel in eine phantastische und rätselhafte Welt blicken.

Bruno Ernst, Pseudonym eines niederländischen Mathematikers, wollte der naturwissenschaftlichen Akribie dieser Bilder auf die Spur kommen. Ein Jahr lang besuchte er Escher wöchentlich, um mit ihm gemeinsam dieses eigenartige Werk systematisch zu analysieren und die Persönlichkeit dieses Künstlers zu studieren. Daraus entstand das bis heute grundlegende Buch über Escher, das nicht nur interessante Einblicke in sein Leben, sondern auch auf viele künstlerische Fragen Antworten gibt.