Es sei ein Vektorraum über einem Körper . Eine Transformation von heißt eine affine Abbildung, wenn es einen Vektor a aus und eine lineare Abbildung gibt, so daß gilt
(1)
Wegen ist der Translationsteil in dieser Zerlegung durch eindeutig bestimmt und daher auch der lineare oder homogene Anteil als . Weiterhin ist genau dann bijektiv, wenn ihr linearer Anteil bijektiv ist. Diese bijektiven affinen Abbildungen bezeichnet man auch als Affinitäten.
Ersichtlich ist jede Translation und jede lineare Abbildung auf eine affine Abbildung, insbesondere also die identische Abbildung. Weiterhin ist die Nacheinanderanwendung zweier affiner Abbildungen und gemäß
(2)
wieder eine affine Abbildung. Daher bildet die Menge aller affinen Abbildungen auf ein Untermonoid des Monoids aller Transformationen von . Da auch die Umkehrabbildung einer Affinität gemäß
(3)
wieder eine Affinität ist, bilden die Affinitäten sogar eine Untergruppe der symmetrischen Gruppe . Diese Gruppe enthält die Gruppe der Translationen und die Automorphismengruppe (oder lineare Gruppe) von als Untergruppen. Man bezeichnet sie daher auch als Gruppe der affinen Automorphismen von .
Für eine beliebige Untergruppe von seien
(4)
und
(5)
Dann ist die Abbildung gemäß wegen (2) ein Gruppenhomomorphismus mit und . Also ist nach dem Homomorphiesatz ein Normalteiler von und eine zur Faktorgruppe isomorphe Untergruppe von . Man bezeichnet sie als Punktgruppe von .
Wegen für beliebige Translationen von ist der Translationenbereich
(6)
von eine zu isomorphe Untergruppe von .
Weiterhin permutiert jedes Element aus den Translationenbereich, denn zu aus und aus gibt es ein aus , so daß und in liegen. Daher liegt auch in und daher fb(a) in . Also bildet den Translationenbereich in sich ab. Da nun auch in der Gruppe liegt, muß die Einschränkung von auf den Translationenbreich aber bereits bijektiv sein.
Zur Bestimmung von Untergruppen affiner Automorphismen dient der folgende Satz.
Satz: Es sei eine Untergruppe von , , und Weiterhin sei zu jedem aus ein aus mit aus fest gewählt. Dann gelten
(7)
und
(8)
Beweis: (7) Offensichtlich ist die rechte Seite in enthalten. Für jede Abbildung aus gilt aber und aus zeigt in .Also gilt in (7) Gleichheit. Außerdem sind die auf der rechten Seite von (7) auftretenden Nebenklassen von wegen der eindeutigen Zerlegung der affinen Automorphismen aus für alle aus paarweise disjunkt.
(8) Für alle ist in enthalten. Hieraus folgt wiederum mit der Eindeutigkeit der Zerlegung affiner Automorphismen aus und daher (8).
Die in diesem Satz dargestellte Analyse von Gruppen affiner Automorphismen kann man nun auch zur Konstruktion derartiger Gruppen verwenden:
Konstruktion: Es sei eine
Untergruppe von und eine Untergruppe
von , die auf
operiert, d. h.,
die
(9)
erfüllt. Weiterhin sei
(10)
für
alle
Mit
}
f aus H T o tv(f) o f
(11)
(G) =
.
Beweis: Da
,+)
(12)
o
T
= T
(13)
-1 =
T
.
Wegen (9) ist
)
=
f(f-1(
))
)
(14)
) =
.
Für alle 
o f-1 =
{ tf(a) | a aus
} =
T
(15)
=
T
o f.
Weiterhin folgt für die identische Abbildung
= T
o
tv(iV) = T
o
tv(iV) o iV


Nun rechnet man mit Hilfe von (15) und (10) nach, daß
Da 

(G)
(G)
(G)
Wählt man in der obigen Konstruktion
,+) =
(Rn,+)