Ein
Ring mit Einselement heißt
Boolescher Ring, wenn
idempotente
Halbgruppe ist,
wenn also für alle aus
gilt.
Aus der Idempotenz von und der
Kommutativität von
folgt
und damit
in der
Gruppe für alle
aus .
Insbesondere gilt also
, d. h. jedes Element
hat in die
Ordnung 2. Hieraus ergibt sich weiter
, also die
Kommutativität von . Daher ist
ein
beschränkter
Halbverband.
Definiert man nun auf die (offensichtlich kommutativen)
zweistelligen Verknüpfungen
und sowie die einstellige Verknüpfung
für alle aus ,
dann ist eine
Boolesche Algebra.
Wegen
,
und
sind nur noch die
Distributivgesetze zu zeigen.
Es ist aber
und ebenfalls
.
Schließlich gilt
auch
und
.
Umgekehrt liefert jede Boolesche Algebra auch einen Booleschen Ring, wenn man
die Multiplikation gemäß
und die (offensichtlich kommutative) Addition gemäß
jeweils für alle
aus definiert.
Da für die Boolesche Algebra ein
kommutatives und idempotentes
Monoid ist, bleibt noch die Gruppeneigenschaft
von und eines der
Distributivgesetze für Ringe
zu zeigen. Es gilt aber sowie
, was mit
der rechten Seite der ersten Gleichung übereinstimmt. Damit
sind die Distributivgesetze erfüllt.
Wegen ist neutrales Element von
und wegen ist jedes
Element zu sich selbst invers.
Es bleibt der etwas mühsame Nachweis des
Assoziativgesetzes.
Zunächst gilt für alle aus
:
Damit gilt auch
und folglich stimmen beide Ausdrücke überein.
Durch die obigen Überlegungen ordnet man jedem Booleschen Ring
eine Boolesche Algebra
zu
und umgekehrt. Man kann sogar zeigen, daß diese Zuordnungen
bijektiv sind, d. h. bei beiden algebraischen Strukturen handelt es
sich um dieselben Objekte, die nur unterschiedlich betrachtet werden.