Für die folgenden Überlegungen werden einige zahlentheoretische Begriffsbildungen und Resultate über den Ring der ganzen Zahlen vorausgesetzt. Für ganze Zahlen und bezeichne den größten gemeinsamen Teiler und das kleinste gemeinsame Vielfache. Dann kann man den ggT und das kgV aus den Primfaktorzerlegungen von und stets berechnen und zeigen, daß gilt
(1)
Weiterhin existiert im Ring der ganzen Zahlen die Möglichkeit der Division mit Rest: Zu ganzen Zahlen und gibt es eindeutig bestimmte ganze Zahlen und mit
(2) sowieAuf dieser Division mit Rest wiederum beruht der Euklidische Algorithmus, mit dessen Hilfe man ebenfalls zu gegebenen ganzen Zahlen und den größten gemeinsamen Teiler berechnen kann. Außerdem kann man bei der Durchführung des euklidischen Algorithmus ganze Zahlen und bestimmen, so daß gilt
(3)
Es sei nun eine Gruppe. Falls für ein Element aus eine natürliche Zahl mit existiert, so bezeichnet man die kleinste derartige Zahl als Ordnung von , schreibt und nennt von endlicher Ordnung. Gibt es keine derartige natürliche Zahl, so schreibt man und nennt von unendlicher Ordnung.
Ist aus von endlicher Ordnung , so gilt für alle natürlichen Zahlen
(4)
Aus (im Falle n | k) folgt nämlich aus den Potenzrechenregeln bereits Gilt umgekehrt , so liefert die Divison mit Rest ganze Zahlen und mit und Hieraus folgt wiederum mit den Potenzrechenregeln , was wegen der Minimalität der Ordnung nur für gelten kann. Dies zeigt aber .
Weiterhin hat man für alle natürlichen Zahlen
(5) und
(6)
Ist nämlich so gilt und , woraus mit den Potenzrechenregeln folgt. Aus (4) ergibt sich und wegen schließlich (5). Im Falle muß bei den gerade gemachten Überlegungen wegen bereits , also gelten. Tritt dagegen der Fall ein, so folgt aus mit (4) unmittelbar , also . Dann existiert aber ein Primfaktor von , der nicht schon in aufgeht, also Primfaktor von ist. In diesem Falle ist also von 1 verschieden.
Sind und Elemente einer Gruppe mit den endlichen Ordnungen und und kommutieren und gemäß , so gelten
(7)
(8)
Ist nämlich , so folgt aus nach den Potenzrechenregeln Da aber sowohl als auch das kgV teilen, ergibt sich mit (4) Abermalige Anwendung von (4) zeigt dann (7).
Sind nun und teilerfremd, d. h. gilt so existieren nach (3) ganze Zahlen und mit Wiederum aus folgt mit den Potenzgesetzen zunächst Potenziert man diese Gleichung mit , so folgt . Daher besagt (4), daß von geteilt wird. Analog erhält man, daß auch von geteilt wird. Also ist ein gemeinsames Vielfaches von und , wird also vom geteilt. Zusammen mit (7) zeigt dies Wegen und (1) gilt aber .
Gilt umgekehrt so folgt aus (7) was wegen (1) nur für der Fall sein kann.
Satz In jeder endlichen abelschen Gruppe existiert ein Element , welches für alle aus erfüllt.
Beweis: Wegen der Endlichkeit von sind alle Elemente von von endlicher Ordnung und es existiert ein Element mit maximaler Ordnung . Angenommen, es gibt ein Element in , dessen Ordnung nicht teilt. Dann gibt es eine Primzahl und einen positiven Exponenten , so daß die Primzahlpotenz zwar , aber nicht teilt. Zerlegt man gemäß mit , so gilt . Andererseits kann man zerlegen gemäß . Setzt man nun und
Satz Es sei
a)
b) Für jeden Teiler
c) Für jeden Teiler
Beweis: a) => b): Es werde
b) => c): Es gelte
c) => a):
Für jeden Teiler
Da beide Summen aus gleichvielen nichtnegativen Summanden denselben
Wert besitzen und jeder einzelne Summand der ersten Summe höchstens
so groß ist wie der entsprechende Summand der zweiten Summe,
müssen die entsprechenden Summanden schon jeweils gleich sein.
Also gilt stets