Unter einem Gruppe versteht man eine nichtleere Menge mit den folgenden Eigenschaften:
(1) Auf existiert eine (innere) Verknüpfung , d. h. je zwei Elementen und aus ist ein drittes Element aus zugeordnet.
(2) Die Verknüpfung ist assoziativ, d. h. für alle und aus hat man
(3) Es gibt ein Einselement von , d. h. für alle aus gilt
(4) Zu jedem aus existiert ein inverses Element aus mit
Eine Gruppe heißt kommutativ oder abelsch (Niels Henrik Abel), wenn kommutativ ist, d. h. wenn für alle und aus gilt:
Bei jeder Gruppe handelt es sich also um ein Monoid, in dem jedes Element ein Inverses besitzt. Wie für jedes Monoid ist daher das Einselement einer Gruppe auch eindeutig bestimmt.
Das zu jedem aus existierende inverse Element ist ebenfalls eindeutig bestimmt, denn sind und beide invers zu , so folgt aus der Assoziativität ihre Gleichheit gemäß
Sind und beliebige Elemente einer Gruppe , so sind die beiden Gleichungen
(5)
ersichtlich durch die Elemente und (eindeutig) lösbar.
Man kann sogar Gruppen als solche Halbgruppen charakterisieren, in denen jede Gleichung der Form (5) (wenigstens) eine Lösung besitzt: Ist nämlich ein beliebiges Element aus , so gibt es jedenfalls ein aus , das erfüllt. Weiterhin existiert zu jedem aus ein aus mit . Hieraus folgt , d. h., daß ein Linkseinselement von ist. Weiterhin existiert wegen (5) zu jedem aus ein aus mit für dieses Linkseinselement. Aus dieser Eigenschaft läßt sich aber nun seinerseits wie folgt die Gruppeneigenschaft der Halbgruppe zeigen. Zunächst folgt und die Existenz von aus mit . Dies impliziert und weiter . Dies zeigt insgesamt, daß sogar zweiseitiges Einselement von ist und zweiseitiges Inverses von . Damit ist Gruppe.
Die allgemeine Lösbarkeit von nur einer der beiden Gleichungen (5) führt dagegen jeweils auf eine größere Klasse von Halbgruppen.
Fordert man die eindeutige Lösbarkeit sämtlicher Gleichungen der Form (5) dagegen unter Verzicht auf die Assoziativität, so gelangt man zu speziellen Gruppoiden, den Quasigruppen. Besitzt solch eine Quasigruppe ein Einselement gemäß (3), so spricht man von einer Loop.
Wie für jede algebraische Struktur bezeichnet man auch hier die Mächtigkeit der Trägermenge als Ordnung der Gruppe (Quasigruppe, Loop).Definiert man auf einer Gruppe die zweistellige Operation der Division durch , so kann man zeigen, daß
für alle aus erfüllt ist. Umgekehrt ist jedes Gruppoid , in dem diese Bedingung gilt, eine Gruppe. Diese Charakterisierung der Varietät aller Gruppen wurde 1952 von Higman und Neumann bewiesen.
Beispiele für Quasigruppen sind:
Quasigruppen der Ordnung 3 finden sich hier.
Ein Beispiel einer Loop mit 5 Elementen findet sich hier.
Jedes Lateinische Quadrat kann als endliche Quasigruppe betrachtet werden.
Weitere Beispiele für spezielle Quasigruppen und Loops erhält man aus Steinerschen Tripel-Systemen. Derartige Quasigruppen bzw. Loops sind stets kommutativ und im Fall der Quasigruppen auch idempotent.
Beispiele für Gruppen sind:
Zur Geschichte der Gruppentheorie.