Unter einem Linksideal eines Gruppoids versteht man eine nichtleere Teilmenge von , die
(l) liegt in für alle aus und alle aus
erfüllt. Analog heißt eine nichtleere Teilmenge von ein Rechtsideal von , wenn
(r) liegt in für alle aus und alle aus
gilt. Ein (zweiseitiges) Ideal von ist dann eine Teilmenge von , die sowohl Links- als auch Rechtsideal ist.
Insbesondere ist also jedes Linksideal, jedes Rechtsideal und jedes Ideal ein Untergruppoid von und selbst ist stets ein Ideal von . Eine einelementige Teilmenge ist wegen (l) genau dann Linksideal, wenn ein rechtsabsorbierendes Element von ist. Die analoge Aussage gilt für Rechtsideale und linksabsorbierende Elemente. Daher besitzt ein Gruppoid genau dann ein (einziges) einelementiges Ideal, wenn es ein absorbierendes Element besitzt. Dieses (nur eventuell vorhandene) Ideal und selbst heißen die trivialen Ideale von . Ein Gruppoid, welches nur triviale Ideale besitzt, nennt man auch ideal-einfach.
Ist das Gruppoid sogar eine Halbgruppe , so ist für jedes aus die Menge
zwar ein Linksideal von , das aber nicht unbedingt enthält. Dagegen ist stets das von erzeugte Hauptideal, das in vielen Fällen, z. B. für Monoide , mit übereinstimmt. Entsprechendes gilt für Rechtsideale und . Daher ist das von erzeugte (zweiseitige) Ideal gegeben durch
Aufgabe: Man beschreibe analog das von einer beliebigen nichtleeren Teilmenge einer Halbgruppe erzeugte Linksideal (Rechtsideal, Ideal).
Unter einem Quasi-Ideal1) eines Gruppoids versteht man eine nichtleere Teilmenge von , für die
(q)
in enthalten ist. Insbesondere ist dann wieder in enthalten, jedes Quasi-Ideal also ein Untergruppoid. Da für jedes Linksideal die linke dieser Mengen in enthalten ist, gilt dies auch für den Durchschnitt. Also ist jedes Linksideal eines Gruppoids auch ein Quasi-Ideal. Entsprechend gilt dies für Rechtsideale und zweiseitige Ideale. Der Begriff des Quasi-Ideals verallgemeinert daher den Begriff des (ein- und zweiseitigen) Ideals.
Wie bei Idealen folgt sofort, daß der Durchschnitt von beliebig vielen Quasi-Idealen eines Gruppoids entweder leer ist oder selbst ein Quasi-Ideal des Gruppoids.
Ist ein Linksideal und ein Rechtsideal eines Gruppoids , so liegt sowohl in als auch in . Daher ist nicht leer. Ist nun ein Element aus , so gibt es Elemente aus und aus mit . Dann liegt aber in und in , also in . Daher ist der Durchschnitt eines Links- und eines Rechtsideals stets ein Quasi-Ideal.
Andererseits ist jedes Quasi-Ideal der Durchschnitt der Mengen und , wobei offensichtlich in enthalten ist. Umgekehrt liegt jedes Element aus entweder schon in oder sowohl in als auch in , also im Durchschnitt dieser Mengen. Da Quasi-Ideal ist, liegt dann aber ebenfalls in .
In einer Halbgruppe ist aber immer ein Linksideal und ein Rechtsideal. Also sind die Quasi-Ideale einer Halbgruppe genau die Durchschnitte eines Linksideals und eines Rechtsideals.
Jede Quasigruppe hat nur das Quasi-Ideal , denn ist beliebiges Element des Quasi-Ideals , so gilt in der Quasigruppe . Also ist sowohl in als auch in enthalten und damit auch im Durchschnitt. Der aber wiederum ist in enthalten, da ein Quasi-Ideal ist. Dies zeigt
Unter einem Bi-Ideal2) eines Gruppoids versteht man ein Untergruppoid von , das
(b) und liegen in für alle aus und alle aus
erfüllt. Insbesondere ist also jedes zweiseitige Ideal ein Bi-Ideal.
Wiederum gilt, daß der Durchschnitt einer beliebigen Menge von Bi-Idealen eines Gruppoids entweder leer ist oder selbst ein Bi-Ideal des Gruppoids.
Satz: Ist zweiseitiges Ideal einer Halbgruppe und ein Quasi-Ideal von , so ist ein Bi-Ideal von . Insbesondere ist jedes Quasi-Ideal einer Halbgruppe bereits ein Bi-Ideal.
Beweis: Es ist Untergruppoid von , und damit auch von , und liegt sowohl in als auch in . Da aber Ideal von ist, liegen und in . Daher liegt in und in . Also liegt im Durchschnitt von und , und dieser wiederum in , da Quasi-Ideal von ist.
Satz: Sind und Quasi-Ideale einer Halbgruppe , so ist Bi-Ideal von .
Beweis: Nach dem vorherigen Satz ist jedenfalls Teilmenge von . Also liegt in und damit in , d. h. ist Unterhalbgruppe von . Außerdem liegt in und damit in , d. h. es gilt (b).