Unter einer implikativen Algebra versteht man ein Gruppoid mit einem ausgezeichneten Element aus , so daß die durch
(1) <=>
für alle aus definierte Relation eine partielle Ordnung auf ist mit als größtem Element.
Man schreibt dann oft auch einen Implikationspfeil anstelle des multiplikativen Verknüpfungssymbols .
Die Reflexivität der durch (1) definierten Relation ist offensichtlich gleichwertig zu
(2) für alle aus ,
die Antisymmetrie zu
(3) impliziert
und die Transitivität zu
(4) impliziert für alle aus .
Die zusätzliche Bedingung für alle aus schließlich ist gleichwertig zu
(5) , d. h. ist rechtsabsorbierend.
Eine implikative Algebra heißt positiv oder eine Hilbert-Algebra, wenn in der partiell geordneten Menge die Ungleichungen
(6)
und
(7)
für alle aus gelten. Wegen (1) sind diese Ungleichungen natürlich gleichwertig zu
(6')
und
(7')
Beispiel: Ist eine partiell geordnete Menge mit dem größten Element und definiert man falls gilt, sowie sonst, so ist eine positive implikative Algebra. Jede auf diese Weise entstehende implikative Algebra wird auch Ordnungsalgebra oder pure Hilbert-Algebra genannt. Zunächst einmal ist jedenfalls ein Gruppoid mit einem ausgezeichneten Element , so daß (1) gilt. Nach den Voraussetzungen über handelt es sich daher um eine implikative Algebra. Beim Nachweis von (6') beachte man, daß oder gilt. Im ersten Fall folgt aus (5), im zweiten Fall aus (2). Beim Nachweis von (7') gilt im Fall schon wegen (6'). Man braucht also nur noch den Fall zu betrachten. Gilt dann aber , so folgt aus (4) und damit (7') aus (5). Gilt dagegen , so folgt aus wie eben (7'), und aus erhält man , also ebenfalls (7').