Matrizen
Es sei eine beliebige, nichtleere Menge.
Unter einer -Matrix
über
(oder mit Einträgen aus ) versteht man ein
rechteckiges Schema von Elementen
aus für
Im Grunde genommen ist eine m x n-Matrix über X
nichts weiter als ein Element des kartesischen
Produktes Xm*n, nur wird es in einer etwas
unüblichen Form aufgeschrieben.
Man bezeichnet die Menge aller
m x n-Matrizen über X mit
Mm,n(X) und schreibt oft kurz
Mn(X)
für Mn,n(X).
Ist A = (ai,j) eine m x n-Matrix,
so heißt die n x m-Matrix B = (bj,i )
mit bj,i = ai,j die Transponierte von
A und man schreibt AT = B. Man
kann also sagen, daß AT aus A
durch Spiegelung an der Hauptdiagonalen entsteht.
Also ist die Transponierte eines Zeilenvektors ein Spaltenvektor
und umgekehrt. Weiterhin gilt offensichtlich (AT )T
= A für jede Matrix A.
Eine quadratische Matrix A mit AT = A
nennt man symmetrisch.
Ist (G,*) ein
Gruppoid, so ist für je zwei m x n-Matrizen
A und B ein
(punktweises) Matrizenprodukt erklärt durch
A . B = (ai,j ) . (bi,j ) = (ai,j *
bi,j ) für alle i=1,...,m, j=1,...,n.
Man nennt dieses Produkt auch das
Hadamard-Produkt für Matrizen.
Da es sich hierbei genau um die Verknüpfung des
m*n-fachen
direkten Produktes von (G,*) mit sich
selbst handelt, ist damit (Mn,n(G),.) also
genau dann eine
(
kommutative,
idempotente
Halb-)
Gruppe, wenn dies für
(G,.) gilt.
Weiterhin kann man für jedes a aus G eine
skalare (Links-)Multiplikation und eine skalare
(Rechts-)Multiplikation mit jeder m x n-Matrix
B = (bi,j )
erklären durch a B = (a*bi,j ) bzw.
B a = (bi,j*a ). Diese skalare Multiplikation entspricht gerade dem
Hadamard-Produkt A . B bzw. B . A mit der
Matrix A = (ai,j ), die ai,j = a
für sämtliche Koeffizienten erfüllt. Offensichtlich gilt
a B = B a genau dann, wenn a mit allen Elementen
bi,j
vertauschbar ist, also insbesondere, wenn
a im
Zentrum von (G,*) liegt. Ist schließlich
(G,*) eine Halbgruppe, so gilt die Operatorgleichung
a (a' B) = (a*a') B bzw. (B a) a' = B (a*a')
für alle a, a' aus G und alle Matrizen
B über G.
Ist (K,+) ein
Gruppoid, speziell etwa die additive (Halb-)Gruppe eines
(Halb-)Ringes oder
Körpers, so ist für je zwei m x n-Matrizen
A und B die
(punktweise) Matrizenaddition erklärt durch
A + B = (ai,j ) + (bi,j ) = (ai,j +
bi,j ) für alle i=1,...,m, j=1,...,n.
Da es sich hierbei genau um die Verknüpfung des
m*n-fachen direkten Produktes von (K,+) mit sich
selbst handelt, ist damit (Mm,n(K),+) also
genau dann eine (kommutative, idempotente Halb-)Gruppe, wenn dies für
(K,+) gilt.
Besitzt das Gruppoid (K,+) ein
Nullelement o, so wird für jeden Typ
(m,n) eine m x n-Nullmatrix O
definiert, für die jede Koordinate den Wert o besitzt. Sie ist
folglich neutrales Element im Gruppoid (Mm,n(K),+).
Weiterhin nennt man dann eine m x n-Matrix eine obere
(untere) Dreiecksmatrix, wenn ai,j = o
für alle Indizes i < j (i > j ) gilt, wenn
also alle Koordinaten "unterhalb der Hauptdiagonalen" ("oberhalb der
Hauptdiagonalen") den Wert o besitzen. Eine Diagonalmatrix
ist dann eine quadratische Matrix, die gleichzeitig obere und untere
Dreiecksmatrix ist, bei der also höchstens auf der Hauptdiagonalen
von o verschiedene Elemente stehen. Insbesondere ist also
jede quadratische Nullmatrix eine solche Diagonalmatrix!
Ist also speziell (K,+) eine Gruppe, so existiert für
jede m x n-Matrix A = (ai,j ) die
Entgegengesetzte -A = (-ai,j ) und man
nennt eine quadratische Matrix A schiefsymmetrisch, wenn
AT = -A gilt. Hieraus folgt unmittelbar, daß
die Diagonalelemente jeder schiefsymmetrischen Matrix den Wert o
besitzen.
Neben diesen ganz allgemeinen Operationen für Matrizen desselben Typs
kann man für zueinander "passende" Matrizen noch eine weitere wichtige
Operation definieren, die
Matrizenmultiplikation.
Beispiele für Matrizen:
Inzidenzmatrizen.
Zur Herkunft der Bezeichnung
"Matrix".
Weiterführende Literatur
R. Kochendörffer,
Determinanten und Matrizen, Teubner, Leipzig, 1957.