Matrizenprodukt
Es sei ein
additiv kommutativer Halbring. Weiterhin
sei eine
-Matrix
über
und eine -Matrix
über . Unter dem Produkt
versteht man dann die -Matrix
mit
(1)
Zur Berechnung von wird also jedes Element
der i-ten Zeile von mit dem entsprechenden Element
der k-ten Spalte von multipliziert und über die
entstehenden Produkte summiert. Dies ist nur möglich,
wenn die Spaltenanzahl von mit der Zeilenanzahl von
übereinstimmt. In allen anderen Fällen ist das
Produkt von und (in dieser Reihenfolge)
undefiniert. Durch einfache Gegenbeispiele (sogar für quadratische
Matrizen) zeigt man sofort, daß
selbst im Falle der Existenz von und
beide Produkte nicht übereinstimmen müssen, daß also die
Matrizenmultiplikation i. a. nicht kommutativ ist, selbst wenn
kommutativ ist. Sind dagegen Matrizen über ,
für die beide Produkte in oder in
definiert sind, so existieren alle vier Produkte und
es gilt , die Matrizenmultiplikation ist also
assoziativ. Der Beweis erfolgt durch elementweisen Vergleich der beiden
Ergebnisse.
Existiert das Produkt und ist eine Matrix
vom selben Typ wie , so existieren auch alle Summen und
Produkte in und und
beide Ergebnisse stimmen überein. Dies prüft man ebenfalls
elementweise nach, wobei die Distributivität von
ausgenutzt wird. Unter analogen Bedingungen folgt , die Matrizenmultiplikation ist also distributiv über
der Matrizenaddition.
Da in der Menge je zwei Matrizen zueinander
addiert und miteinander multipliziert werden können, zeigen die gerade
durchgeführten Überlegungen, daß in diesem Fall
ein (für
multiplikativ nicht kommutativer) Halbring ist.
Besitzt der Halbring ein
absorbierendes Nullelement , so ist die
-Nullmatrix wegen (1) offensichtlich
absorbierendes Nullelement von .
Besitzt außerdem noch ein Einselement
(was insbesondere für Ringe mit Einselement und damit für Körper
stets der Fall ist), so definiert man die -Einheitsmatrix
durch
für und
sonst. Diese Einheitsmatrix ist dann
Einselement von .
Damit ist insbesondere ein Monoid
und es existiert die
Untergruppe der Einheiten