Unter einer partiellen Ordnung auf einer Menge versteht man eine reflexive, antisymmetrische und transitive binäre Relation auf , d. h. für alle aus müssen gelten
(1) ,
(2) und => ,
und(3) und => .
Man nennt dann auch eine partiell geordnete Menge. Gilt für alle aus noch(4) oder ,
so heißt die partiell geordnete Menge linear geordnet oder total geordnet. Existiert in einer partiell geordneten Menge ein Element mit [ein Element mit ] für alle aus , so heißt dieses kleinstes [größtes] Element von und die partiell geordnete Menge nach unten beschränkt oder initial [nach oben beschränkt oder terminal oder unital]. Man nennt dann auch Nullelement bzw. Einselement von . Eine nach oben und unten beschränkte partiell geordnete Menge heißt beschränkt.Unter einem partiell geordneten Gruppoid versteht man ein Gruppoid mit einer partiellen Ordnung , so daß das folgende Monotoniegesetz für alle aus erfüllt ist:
(5) => und .
Diese Bedingung ist gleichwertig zu
(5') und =>
für alle aus , denn ersichtlich ergibt sich (5) aus (5'), indem man bzw. setzt, und umgekehrt folgt aus (5) und der Voraussetzung von (5') zunächst sowie . Die Transitivität von zeigt dann (5').Handelt es sich bei sogar um eine Halbgruppe, Quasigruppe, Gruppe etc., so spricht man von einer partiell geordneten Halbgruppe, Quasigruppe, Gruppe etc. Ist im Fall einer partiell geordneten Gruppe die partiell geordnete Menge sogar ein Verband , so nennt man sie eine verbandsgeordnete Gruppe oder kurz l-Gruppe (von englisch: lattice = Verband).
Satz: In einem partiell geordneten Gruppoid gilt genau dann für alle aus , wenn die drei Ungleichungen und für alle aus erfüllt sind. Insbesondere handelt es sich bei dann um einen Halbverband und ist gerade die natürliche partielle Ordnung auf diesem Halbverband. Die ersten beiden Ungleichungen sind speziell dann erfüllt, wenn das Gruppoid ein neutrales Element besitzt, welches gleichzeitig größtes Element in der partiell geordneten Menge ist.
Beweis: Gilt , so ist stets untere Schranke von und die ersten beiden Ungleichungen sind erfüllt. Außerdem ist die Multiplikation dann idempotent, woraus die dritte Ungleichung folgt. Umgekehrt besagen die ersten beiden Ungleichungen, daß untere Schranke von ist. Für jede weitere untere Schranke dieser Menge folgt dann aber aus der dritten Ungleichung , wobei im letzten Schritt und das Monotoniegesetz verwendet wurde. Also ist größte untere Schranke von Ist schließlich das neutrale Element größtes Element der partiell geordneten Menge, so folgt aus und dem Monotoniegesetz sofort Entsprechend erhält manDurch Dualisierung erhält man eine entsprechende Aussage für das Übereinstimmen der Multiplikation und der Supremumsbildung.
(6r) <=>
für alle aus gilt. Entsprechend heißt eine zweistellige Operation / auf linksresidual zu *, wenn stets(6l) <=>
gilt. Aus und (6r) folgt wegen zunächst und hieraus dann wiederum mit (6r) . Analog folgt mit (6l) . Existieren also sowohl eine rechts- als auch eine linksresiduale Verknüpfung zu *, so ist ein partiell geordnetes Gruppoid und man nennt es ein residuiertes partiell geordnetes Gruppoid und notiert es genauer als . Falls * assoziativ ist, spricht man natürlich von einer residuierten partiell geordneten Halbgruppe.(7)
für alle aus . Es ist nämlich und dies ist wegen (6r) gleichwertig zu und weiter wegen der Kommutativität zu und schließlich wegen (6l) gleichwertig zu . Analog ist gleichwertig zu , woraus (7) folgt. In diesem Fall schreibt man anstelle von bzw. .Beispiele für partiell geordnete Gruppoide