Es sei ein Ring. Eine kommutative Gruppe heißt ein R-(Links-)Modul, wenn eine (linksseitige) Operatoranwendung der Operatoren aus auf die Modulelemente aus gemäß existiert, so daß die folgenden Operator- oder Modulaxiome für alle aus und aus gelten.
(1)
(2)
(3)
Auf den rechten Seiten von (2) und (3) verabredet man wie üblich, daß die Operatoranwendungen stärker binden als die Addition in .
Besitzt der Ring ein Einselement 1 und gilt
(4)
für alle aus , so heißt der R-Modul unitär.
Für einen Körper nennt man einen unitären K-(Links-)Modul einen K-(Links-)Vektorraum und die Modulelemente dann Vektoren.
Beispiele für R-Moduln
Jede abelsche Gruppe kann als unitärer Z-Modul für den Ring der ganzen Zahlen aufgefaßt werden, wenn man die Operatoranwendung als wiederholte Addition gemäß
für alle aus definiert. Daher bezeichnet man abelsche Gruppen mitunter auch als Moduln.
Ist Unterring eines Ringes , so kann (die kommutative Gruppe) als R-Modul aufgefaßt werden, wenn man die Operatoranwendung als Ringmultiplikation gemäß für alle aus und aus definiert. Dann ist (1) nichts weiter als ein Teil des Assoziativgesetzes der Halbgruppe und (2) und (3) sind in den Distributivgesetzen von enthalten.
Sind und beides Ringe mit Einselement, so ist (4) jedoch nur genau dann erfüllt, wenn beide Einselemente übereinstimmen.
Speziell kann man also jeden Ring als R-Modul betrachten. Dieser ist genau dann unitär, wenn ein Einselement besitzt.
Weiterhin ergeben sich hieraus Beispiele für K-Vektorräme, wenn Unterkörper eines Ringes mit Einselement (oder sogar eines Körpers) ist.