Es sei eine Halbgruppe und eine Teilmenge von . Durch
(1)
für alle aus wir dann eine Kongruenzrelation auf definiert.
Ist sogar ein Monoid, so ist Vereinigung von Kongruenzklassen.
Offensichtlich ist nämlich symmetrisch und reflexiv. Gilt neben auch noch , so liegt für alle aus das Produkt genau dann in , wenn das Produkt in liegt. Also ist auch transitiv und damit eine Äquivalenzrelation.
Sind nun Elemente aus mit , so folgt für alle aus : Genau dann liegt in , wenn in liegt. Wegen und und (1) gilt also auch Links-rechts-dual folgt Also ist eine Kongruenzrelation.
Für jedes aus bezeichne im folgenden die Kongruenzklasse, in der liegt.
Besitzt nun ein Einselement und ist ein Element aus , so folgt für jedes aus und aus in auch in , d. h. die Klasse ist vollständig in enthalten. Damit ist natürlich gleich der Vereinigung aller Klassen , wenn ganz durchläuft.
Ist jetzt ein beliebiges Alphabet, also eine nichtleere endliche Menge, und eine formale Sprache über , also eine beliebige Teilmenge des freien Monoids , so bezeichnet man die Kongruenzrelation auf als syntaktische Kongruenz von und das Restklassenmonoid als syntaktisches Monoid von .
Man sagt, ein Gruppoid teilt ein Gruppoid , wenn es ein Untergruppoid von und einen surjektiven Homomorphismus gibt. Man schreibt dies auch als .
Die Relation zwischen Gruppoiden ist reflexiv, denn man kann und als identische Abbildung auf wählen.
Die Relation ist auch transitiv, denn aus und folgt die Existenz von Untergruppoiden von und von sowie surjektiven Homomorphismen und . Dann ist aber auch surjektiv und es gilt daher .
Gilt und ist endlich, so ist auch und damit endlich.
Satz: Es seien eine formale Sprache über dem Alphabet
und Monoide.
a) Genau dann
erkennt die Sprache , wenn gilt.
b) Gilt und wird von erkannt, dann wird
auch von erkannt.
Beweis: a) Wenn die Sprache erkennt, gibt es einen Homomorphismus
und eine Teilmenge von
mit . Sei .
Dann ist Untermonoid von . Gilt
und liegt in für aus , so folgt, daß
in liegt.
Also liegt ebenfalls in . Aus folgt daher stets . Also definiert
einen Homomorphismus von in ,
der offensichtlich surjektiv ist. Daher gilt .
Zum Nachweis der Umkehrung betrachte den kanonischen Homomorphismus mit für alle aus .
Dann ist Teilmenge von mit , da Vereinigung von Kongruenzklassen ist. Also wird
stets von erkannt.
Gelte jetzt . Dann existiert ein Monoid , ein injektiver Homomorphismus
und ein surjektiver Homomorphismus
. Da freies Monoid ist, existiert
ein Homomorphismus mit
. Dann ist
Teilmenge von
und es gilt .
Also erkennt ebenfalls .
b) Nach a) gilt . Mit und der Transitivität folgt dann
auch . Hieraus erhält man wiederum mit a) aber bereits die Behauptung.
Aus diesem Satz ergibt sich sofort eine weitere Charakterisierung der erkennbaren Sprachen.
Satz: Eine formale Sprache ist genau dann erkennbar, wenn ihr syntaktisches Monoid endlich ist.
Mit Hilfe dieses Satzes kann man leicht für zahlreiche formale Sprachen nachweisen, daß sie nicht erkennbar sind. Wäre beispielsweise die Sprache erkennbar, so wäre ihr syntaktisches Monoid endlich und es gäbe nur endlich viele verschiedene Kongruenzklassen bezüglich . Sind aber und verschiedene natürliche Zahlen, so würde aus und in auch in folgen, was nicht der Fall ist. Also sind die Klassen und paarweise verschieden.