Links- und Rechtstranslationen
Für ein Element eines Gruppoids
werde die Linkstranslation durch
(l)
und die Rechtstranslation durch
(r)
jeweils für alle aus
definiert. Bei beiden Abbildungen handelt es sich also um
Transformationen von
, die jeweils genau dann injektiv sind, wenn
links- bzw. rechtskürzbar in ist. Weiterhin stimmen
sie genau dann
überein, wenn
zentrales Element von
ist. In diesem Fall heißt die Abbildung
die Translation
um .
Die Linkstranslation ist offensichtlich genau dann
surjektiv, wenn für jedes aus ein
aus mit existiert.
Entsprechendes gilt für die Rechtstranslation .
Für eine
Quasigruppe sind also sämtliche Links- und sämtliche
Rechtstranslationen sogar bijektiv, also
Permutationen von . Die Menge aller Links- und Rechtstranslationen
erzeugt daher eine Untergruppe der symmetrischen Gruppe ,
die Multiplikationsgruppe von .
Für die Nacheinanderanwendung zweier Linkstranslationen
und gilt genau dann
(1)
,
wenn für alle
aus
erfüllt ist, also insbesondere, wenn
assoziativ ist. In diesem
Fall bilden daher die Linkstranslationen eine Unterhalbgruppe der
Transformationenhalbgruppe
. Außerdem
ist dann wegen (1) die Abbildung mit
für alle aus
ein
Homomorphismus von auf diese Unterhalbgruppe.
Besitzt ein neutrales Element
Parallelverschiebungen
Ist (V,+) ein
Vektorraum
über einem beliebigen
Körper (K,+,*), so ist
(V,+) eine
abelsche
Gruppe und daher für
jeden Vektor a aus V die Translation
oder Parallelverschiebung um a gemäß
(2) ta(x)
= x + a
definiert.
Für den Nullvektor o ergibt to
nichts weiter als die identische Abbildung auf V.
Weiterhin ist jede Translation bijektiv, denn die Umkehrabbildung zu
ta
ist offensichtlich gerade t-a. Nach den obigen
allgemeinen Überlegungen ist also
die Menge T aller Translationen auf V
eine zu (V,+) isomorphe Untergruppe der
symmetrischen Gruppe (SV,o).
Bemerkung: Dies ist der Grund dafür, daß man in der
elemntaren Vektorrechnung die Vektoren anschaulich als Parallelverschiebungen
der Ebene oder des Raumes einführen kann.