Ein Element eines Gruppoids heißt linksabsorbierendes Element oder Linksnullelement von , wenn für alle aus gilt
(1l)
Entsprechend ist ein rechtsabsorbierendes Element oder Rechtsnullelement durch
(1r)
Besitzt ein Gruppoid ein Linksnullelement und ein Rechtsnullelement, so müssen beide offensichtlich übereinstimmen. Insbesondere ist also ein Nullelement (im Falle seiner Existenz) eindeutig bestimmt.
Auf einer beliebigen nichtleeren Menge kann man für jedes fest gewählte Element aus eine Multiplikation * definieren gemäß
(2)
Besitzt die Menge hierbei mindestens zwei verschiedene Elemente und , so kann man natürlich auf diese Weise zwei formal verschiedene Verknüpfungen definieren, man wird aber die beiden so entstehenden Zerohalbgruppen auf derselben Menge nicht als wesentlich verschieden ansehen. Diesen Aspekt der wesentlichen Gleichheit von zwei Strukturen präzisiert man in der Algebra durch den Begriff des Isomorphismus. Die eben beschriebenen Zerohalbgruppen sind dann isomorph zueinander.
Andererseits kann man auf auch eine Multiplikation * definieren durch
(3l)
für alle aus oder durch
(3r)
Im Falle (3l) erhält man die Linkszerohalbgruppe auf , im Falle (3r) die Rechtszerohalbgruppe. Beide sind idempotent, aber für nicht kommutativ. Natürlich fallen alle drei Multiplikationen genau für zusammen und liefern dann die einelementige Gruppe.
Auch zwischen einer so definierten Linkszerohalbgruppe und der entsprechenden Rechtszerohalbgruppe auf derselben Menge besteht eine sehr enge Beziehung. Diese wird durch die Links-Rechts-Dualität näher beschrieben.
Weiterhin folgt aus (3r) und sofort für alle aus , d. h. jede Rechtszerohalbgruppe ist linkskürzbar und entsprechend jede Linkszerohalbgruppe rechtskürzbar.
Ist eine beliebige Halbgruppe und ein idempotentes Element von , gilt also , so liefert (2) eine Multiplikation * auf , für die ein Halbring ist, denn die Distributivgesetze sind leicht nachzuprüfen. Geht man hierbei speziell von einer beliebigen abelschen Gruppe und dem neutralen Element von aus, so erhält man einen Ring , den Zeroring auf .
Geht man von einer idempotenten Halbgruppe aus, so definieren sowohl (3l) als auch (3r) Multiplikationen * auf , für die jeweils ein Halbring ist, denn die Distributivgesetze sind wiederum leicht nachzurechnen. Diese Halbringe sind sowohl additiv als auch multiplikativ idempotent, aber für nicht multiplikativ kommutativ und damit insbesondere keine distributiven Verbände, selbst wenn ein Halbverband sein sollte.