Euler, Leonhard

Leonhard Euler, geboren am 15. April 1707 in Basel, gestorben am 18. September 1783 in Sankt Petersburg, war einer der produktivsten Mathematiker aller Zeiten und wohl der bedeutendste des 18. Jahrhunderts. Sogar totale Blindheit in den letzten 17 Lebensjahren hinderte ihn nicht daran, noch Manuskripte für Dutzende von Büchern zu diktieren.

Euler lebte ab 1727 in Sankt Petersburg, danach einige Zeit in Berlin und schließlich wieder in Sankt Petersburg. Er spielte eine hervorragende Rolle in der Entwicklung von Mathematik, Mechanik, Physik und Technik und war der Pionier wissenschaftlicher mathematischer Forschungen in Rußland. Hier publizierte er 1758 in den "Schriften der Petersburger Akademie der Wissenschaften" auch einen Beweis der Eulerschen Polyederformel:

Bezeichnen e die Anzahl der Ecken, k die Anzahl der Kanten und f die Anzahl der Flächen eines konvexen Polyeders, so gilt

e - k + f = 2.

Eine ausführliche Herleitung dieser Formel in dem größeren Rahmen der Untersuchung sogenannter Eulerscher Charakteristiken findet man in dem lesenswerten Büchlein Ecken, Flächen, Kanten von Ju. A. Saskin, das 1989 im Deutschen Verlag der Wissenschaften erschienen ist (ISBN 3-326-00510-5).

Von Euler stammt die Bezeichnung i für die imaginäre Einheit, also die Quadratwurzel aus -1, und die Zahl e=2.718.., die Basis der natürlichen Logarithmen ist nach ihm benannt. Weitere mathematische Objekte, die mit Eulers Namen verküpft sind, finden sich in fast allen klassischen mathematischen Gebieten. Darüber hinaus ist Euler der Begründer der Graphentheorie, die heute weite Bereiche der diskreten Mathematik und der Informatik durchzieht.