Die Fields-Medaillen

Die Fields-Medaille, benannt nach John Charles Fields, ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung, die ein Mathematiker erhalten kann. Fields organisierte den Internationalen Mathematiker-Kongreß von 1924 in Toronto und konnte damals so viele Sponsoren finden, daß am Ende des Kongresses ein Überschuß blieb. Aus diesem Überschuß werden die Medaillen gestiftet.

Man bezeichnet die Fields-Medaille auch als "Nobelpreis" der Mathematik, da es keinen Nobelpreis in Mathematik gibt. Alle vier Jahre wird diese Medaille auf dem Internationalen Mathematiker-Kongreß (ICM) vergeben und ist mit einem Preisgeld von 15.000 kanadischen Dollar dotiert. Es werden jeweils bis zu vier Mathematiker ausgezeichnet.

Auf der aus Gold bestehenden Medaille ist der Kopf von Archimedes (287 bis 212 v. Chr.) zu sehen. Weiterhin zeigt sie ein Zitat, das ihm zugeschrieben wird: "Transire suum pectus mundoque potiri" (Über seine geistigen Fähigkeiten hinauswachsen und sich der Welt bemächtigen). Der Satz "Congregati ex toto orbe mathematici ob scripta insignia tribuere." (Die aus aller Welt zusammengekommenen Mathematiker verliehen [diese Medaille] auf Grund herausragender Schriften.) ist auf der Rückseite dieser Auszeichnung zu finden.

Als Tradition gilt, daß die Ausgezeichneten das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten haben sollten. Das soll garantieren, daß nicht nur zurückliegende wissenschaftliche Leistungen anerkannt werden. Der Erhalt einer Fields-Medaille soll die Mathematiker auch zu weiteren Arbeiten ermutigen.

Folgende Mathematiker erhielten bisher Fields-Medaillen:

1936: Lars Ahlfors und Jesse Douglas
1950: Laurent Schwartz und Atle Selberg
1954: Kunihiko Kodaira und Jean-Pierre Serre
1958: Klaus F. Roth und Rene Thom
1962: Lars V. Hörmander und John W. Milnor
1966: Michael F. Atiyah, Paul J. Cohen, Alexander Grothendieck und Stephan Smale
1970: Alan Baker, Heisuke Hironaka, Sergej P. Novikow und John G. Thompson
1974: Enrico Bombieri und David B. Mumford
1978: Pierre R. Deligne, Charles L. Feffermann, Grigorij A. Margulis und Daniel G. Quillen
1982: Alan Connes, William P. Thurston und Shing-Tung Yau
1986: Simon Donaldson, Gerd Faltings und Michael Freedman
1990: Vladimir Drinfield, Vaughan Jones, Shigefumi Mori und Edward Witten
1994: Pierre-Louis Lions, Jean-Christophe Yoccoz, Jean Bourgain und Efim Zelmanov
1998: Richard Borcherds, William Timothy Gowers, Maxim Kontsevich und Curtis McMullen
2002: Laurent Lafforgue und Vladimir Voevodsky
2006: Andrei Okounkov, Grigori Perelman, Terence Tao und Wendelin Werner

Grigori Perelman war der erste Mathematiker, der die Entgegennahme der Fields-Medaille ablehnte.


   Nevanlinna-Preis

Seit 1982 vergibt die IMU zusätzlich den von der Universität Helsinki gestifteten Nevanlinna-Preis, der nach dem finnischen Mathematiker Rolf Nevanlinna benannt ist. Er wird für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Theoretischen Informatik vergeben. Die Vorderseite der Münze zeigt den Kopf Nevanlinnas und die Rückseite zeigt das Siegel der Universität Helsinki sowie ein Rechteck aus Nullen und Einsen, mit dem das Wort "Helsinki" codiert wird.

Folgende Mathematiker erhielten bisher den Nevanlinna-Preis:

1982: Robert Tarjan
1986: Leslie Valiant
1990: A. A. Razborov
1994: Avi Wigderson
1998: Peter W. Shor
2002: Madhu Sudan
2006: Jon Kleinberg

   Abel-Preis

Seit 2003 vergibt die Norwegische Akademie der Wissenschaften jährlich den Abelpreis, der nach dem norwegischen Mathematiker Niels Henrik Abel benannt ist. Der Abelpreis ist mit 6 Mio Norwegischen Kronen (ca. 750 000 Euro) dotiert. Im Unterschied zur Fieldsmedaille gibt es für diesen Preis keine Altersbeschränkung.

Folgende Mathematiker erhielten bisher den Abel-Preis:

2003: Jean-Pierre Serre, der 1954 die Fields-Medaille erhalten hatte
2004: Michael F. Atiyah, der 1966 die Fields-Medaille erhalten hatte, und Isadore M. Singer
2005: Peter D. Lax
2006: Lennart Carleson