Paul Guldin

GULDIN Paul Guldin wurde 1577 in St. Gallen geboren und starb 1643 in Graz. Der gelernte Goldschmied trat 1597 dem Jesuitenorden bei. Dort wurde er in Mathemetik ausgebildet und lehrte dann Mathematik an Schulen in Rom und Graz und später auch an der Universität in Wien.

Bekannt ist Guldin durch seine Regeln zur Bestimmung von Rotationskörper-Volumina. Des weiteren verfasste Guldin unter anderem Schriften über die Bewegung der Erde als Folge von Gravitationswirkungen und über Logarithmen und Kegelschnitte. Weiterhin behandelte er 1635 in seiner "Centrobaryca" die Bogenlänge der archimedischen Spirale.

In seinem Werk De dimensione Linearum Spiralium ("Über die Länge der Spirallinie") stellt er folgende falsche These auf:

"Die Linie der Spirale erster Umdrehung ist der Hälfte des Umfangs des ersten Kreises gleich."

Dieser Fehler entstand aufgrund der unzulässigen Übertragung der von Archimedes für die Flächenbestimmung entwickelten Methode. Guldin ersetzt Teile des Spiralbogens durch Kreisbögen, so wie Archimedes Teile der Spiralfläche durch Kreissektoren nähert, und berechnet den Grenzwert der Summe dieser Kreisbögen für eine beliebig feine Unterteilung. Jedoch vergisst er, im Gegensatz zu Archimedes, sorgfälltig zu prüfen, ob die echte Bogenlänge tatsächlich von oben und unten approximiert wird.