Hipparchos von Nikäa

Hipparchos (180 - 125 v. Chr.) ist vor allem durch seine Beiträge zur Astronomie bekannt. So bestimmte er beispielsweise die Dauer eines Jahres bis auf 6.5 min genau, die Schiefe der Ekliptik, also den Winkel zwischen der jährlichen Sonnenbahn und dem Himmelsäquator, die jährliche Präzession des Äquinoktikums, also des Schnittpunktes zwischen Sonnenbahn und Himmelsäquator, zu 46'' (moderner Wert: 50.26''), die Parallaxe des Mondes und die Exzentrizität der Sonnenbahn. Er beobachtete zum erstenmal in Europa eine Nova und wußte, daß der Mond nur annähernd auf einer Kreisbahn die Erde umläft, und schlug als bessere Näherung für seine Bahn (und die Bahnen der Planeten) Epizykeln vor.

Weiterhin stellte Hipparchos den umfangreichsten Sternenkatalog der Antike zusammen, in dem 1080 Fixsterne in 49 Sternbildern erfaßt wurden, die er bereits in 6 Größenklassen einteilte, und den noch der britische Astronom Halley benutzte. Demgegenüber erscheinen nur 1022 Fixsterne im Almagest des Ptolemäus.

Hipparchos war der Begründer der Trigonometrie, und stellte, als Hilfsmittel für seine astronomischen Berechnungen, die wohl erste Tafel für die Sehnenläge im Kreis in Abhängigkeit vom Zentriwinkel auf, eine Chordentafel. Hierbei benutzte er Formeln, die wir heute als Additionstheorem für den Sinus und in der Form 2*sin^2(x/2)=1 - cos(x) schreiben würden, ohne diese Winkelfunktionen jedoch explizit zu kennen. Von den Babyloniern übernahm er das bis heute in der Gradmessung erhaltene Sexagesimalsystem, bei dem ein Vollkreis in 360o (Grad), 1o in 60' (Minuten) und 1' in 60'' (Sekunden) unterteilt wird.