Bifid-Verschlüsselung



Die Bifid-Verschlüsselung, die von Félix Marie Delastelle (1840 - 1902) im Jahr 1895 unter dem Namen cryptographie nouvelle in der französischen Zeitschrift Revue du Génie civil vorgestellt wurde, benutzt neben den klassischen Verfahren des Polybios-Quadrates und der Transposition noch die Idee des Fraktionierens ("Zerbrechen") von Bigrammen. Diese war erstmals 1859 von dem amerikanischen Mathematiker Pliny Earle Chase (1820 - 1886) beschrieben worden.

Der Kern dieser Verschlüsselung besteht aus einem mit dem Klartextalphabet in irgendeiner Permutation gefüllten Polybios-Quadrat. Dieses Quadrat stellt den Schlüssel dar.

12345
1ABCDE
2FGHIK
3LMNOP
4QRSTU
5VWXYZ

Soll nun der Klartext

DIESER KLARTEXT IST JETZT ZU VERSCHLUESSELN

verschlüsselt werden, so wandelt man ihn diesem Quadrat gemäß in Bigramme der Ziffern 1 bis 5 um, schreibt diese aber vertikal unter die Klartextbuchstaben

DIESER KLARTEXT ISTJETZTZU VERSCHLUES SELN
121414 23144154 2442145454 5144123414 4133
445352 51124534 4344545455 152333155 33513

Nun hängt man die beiden Zeilen hintereinander und teilt die Ziffernsequenz wieder in Bigramme ein. Hier werden die einzelnen Buchstaben in Ziffern "fraktioniert" und diese durch eine Transposition neu zusammengesetzt.

12 14 14 23 14 41 54 24 42 14 54 54 51 44 12 34 14 41 33 44 53 52 51 12 45 34 43 44 54 54 55 15 23 33 15 53 35 13

Zum Schluß werden diese Bigramme mit Hilfe des Polybios-Quadrates wieder in Buchstaben zurückverwandelt. Diese bilden dann den Geheimtext.

BDDHDQYIRDYYVTBODQNTXWVBUOSTYYZEHNEXPC

An diesem Beispiel sieht man auch, daß Doppelbuchstaben (hier: "SS") nicht erhalten bleiben, andererseits aber Doppelbuchstaben (z. B. "YY") entstehen können.


Autor: Udo Hebisch
Datum: 13.04.2011