Lösung zu Aufgabe Lewis Carroll 3

Zu ermitteln ist der Schlüssel, mit dem aus dem Klartext

LEWIS CARROLL IS CHARLES DODGSON

mit der Vokal-Methode von Charles L. Dodgson (Lewis Carroll) das folgende Kryptogramm erzeugt wurde.

T P F S M X G E W J K Z T I E G A S M T S C Q B L M V G J J U
N C I P S B L T W L F J Q T N F K O E S O H P U X O O F W T C

Es ist also ein Klartext-Geheimtext-Angriff durchzuführen, wobei nach Kerkhoffs Prinzip die Verschlüsselungsmethode bekannt ist.

Für den ersten Klartextbuchstaben "L" kommen nach dieser Methode nur die Geheimtextzeichen "J", "K", "L", "M" und "N" in Frage.

Beim "J" wäre der erste Schlüsselvokal ein "A", wodurch nur ein Zeichen am Anfang des Kryptogramms zu streichen wäre und die Sequenz "PFSMXGEW" durch 8 aufeinander folgende Konsonanten des Schlüsselwortes erzeugt sein würde. Dies ist auszuschließen.

Beim "K" wäre der erste Schlüsselvokal ein "E", wodurch nur zwei Zeichen am Anfang des Kryptogramms zu streichen wären und die Sequenz "FSMXGEWJ" durch 8 aufeinander folgende Konsonanten des Schlüsselwortes erzeugt sein würde. Dies ist ebenfalls auszuschließen.

Beim "L" wäre der erste Schlüsselvokal ein "I", wodurch drei Zeichen am Anfang des Kryptogramms zu streichen wären und die Sequenz "SMXGEWJKZTIEGASMTSCQB" durch 21 aufeinander folgende Konsonanten des Schlüsselwortes erzeugt sein würde. Dies ist wiederum auszuschließen.

Beim "N" wäre der erste Schlüsselvokal ein "U", wodurchfünf Zeichen am Anfang des Kryptogramms zu streichen wären und die restliche Sequenz bis zum ersten "N" auch viel zu lang ist.

Daher bleibt nur das "M" als erster relevanter Geheimtextbuchstabe und der Buchstabe "L" wäre mit einem "O" im Schlüsselwort verschlüsselt worden. Dadurch sind die ersten 4 Buchstaben des Geheimtextes irrelevant.

Der zweite Klartextbuchstabe "E" kann nur zu "C", "D", "E", "F" oder "G" verschlüsselt worden sein, wobei das jeweils nächste Auftreten von "C", "D" und "F" zu weit hinten im Geheimtext liegen. Die erste Möglichkeit wäre also das "G", was durch den Schlüsselbuchstaben "U" aus dem "E" erzeugt worden wäre.

Der dritte Klartextbuchstabe "W" kann nur zu "U", "V", "W", "X" und "Y" verschlüsselt werden, wobei alle Fälle bis auf das "W" ausscheiden, da sie zu viele Konsonanten im Schlüsselwort erfordern würden. Dies würde dann ein "I" im Schlüsselwort bedeuten.

Der vierte Klartextbuchstabe "I" kann nur zu "G", "H", "I", "J" und "K" verschlüsselt werden. Hier wäre die erste Möglichkeit das "J", was den Schlüsselbuchstaben "O" nach sich ziehen würde.

Der fünfte Klartexbuchstabe "S" kann nur zu "Q", "R", "S", "T" und "U" verschlüsselt werden, wobei das "T" (mit dem Schlüsselbuchstaben "O") am nächsten liegt.

Bisher würde sich folgendes Muster für das Schlüsselwort ergeben: "O_U_IO__O". Mit einem zusätzlichen bedeutungslosen Konsonanten am Anfang könnte es sich um "SOLUTIONSO" handeln, also das wiederholte "SOLUTION". Dies paßt aber zum Klartext und Geheimtext, wobei die blau hervorgehobenen Geheimtextbuchstaben als Nullen willkürlich gewählt wurden:

----L-E-WI--S -C-AR--R-O-L L--I-S
---SOLUTI ONSO LUTIONSO LUTI ONSOLU
TPFSM XGEWJK ZT IEGASMT SCQBL MVGJJU


-CH--A-R-LE--S- D-OD--G-S-ON----
TIONSOLU TIONSOL UTIONSO LUTIO----
NCIPSB LT WLFJQ TNFKOES OHP UXOOFW TC

Wegen des speziellen Schlüsselwortes ist im Mittel jeder zweite Geheimtextbuchstabe ein Füller, das Kryptogramm also etwa doppelt so lang wie der Klartext.


Autor: Udo Hebisch
Datum: 13.05.2011