Lösung zu Aufgabe 38

Zu entschlüsseln ist das Kryptogramm

KDBEW  IKUET  WXKPG  KKBQD  GUQPV  HBCBV  WTEBG  KLDUQ  DDPIP
IIUIK  BHUGK  DBAUX  KDWRQ  WEEYG  UQPKU  WGKDB  WXSUI  KDPKW
RKBVB  OXPTD  S

Eine Ermittlung der Trigramme und Häufigkeiten der Einzelbuchstaben liefert die folgende Tabelle, in der die Parallelstellen rot markiert sind.

ABCDE FGHIJK LMNOP QRSTUV WXYZ
BUDE
KQ
HC
CV
EG
KH
DA
DW
KV
VO
BBKB
QG
LU
QD
DP
KB
KW
KB
KP
TS
BW
UT
TB
EY
    PK
DU
BK
UK
YU
WK
VB
BU
WK
PP
PI
IU
UK
UK
    *D
IU
XP
GK
KB
GL
IB
GD
XD
PU
GD
ID
PW
RB
KD        BX KG
QV
DI
II
QK
XT
BD
UP
UD
RW
UP
WQ
WK
XU
D*
EW
WE
PD
KE
GQ
DQ
II
HG
AX
GQ
KW
SI
PH
BW
BB
EI
TX
VT
DR
QE
UG
BX
KR
WK
UK
WS
OP
EG    
1101104 0626014 10016 522393 8410

Die einzigen längeren wiederholten Textsequenzen sind "GUQP" und "GKDB".

Das häufigste Trigramm "KDB" wird man versuchsweise zu "THE" entschlüsseln, zumal "K" und "B", die dann für "T" und "E" stehen, sehr häufig als Einzelbuchstaben vorkommen.

Fertigt man mit diesen Buchstaben eine Teilentschlüselung an, so entsteht am Ende der zweiten Zeile die Sequenz "KDPK", die für "TH*T" steht, und das "P" kommt im Geheimtext noch relativ häufig vor. Hierfür wäre also ein "A" plausibel.

Nur drei Buchstaben dahinter beginnt die Sequenz "KBVBOXPTD", für die man jetzt "TE*E**A*H" hat, was man zu "TELEGRAPH" ergänzen kann. Dann stünde das dreimal vorkommende "V" für ein "L", das nur einmal vorkommende "O" für ein "G", das viermal vorkommende "X" für ein "R" und das dreimal vorkommende "T" für ein "P". Alles dies ist nicht unwahrscheinlich und man wird mit der entsprechenden Teilentschlüsselung fortfahren.

Acht Buchstaben vor dem "THAT" beginnt die Sequenz "KDBWXSUI", die man nun zu "THE*R***" entschlüsselt hat, wobei man das achtmal vorkommende "W" zu einem "O" entschlüsseln könnte, wozu dann das nur zweimal vorkommende "S" für ein "Y" passen würde. Hierfür spricht dann auch, daß "TELEGRAPH" am Ende des Textes durch das einzige weitere "S" zu "TELEGRAPHY" verlängert würde.

Mittlerweile steht am Ende des Klartextes "THEORY**THATO*TELEGRAPHY. Für den einzelnen Buchstaben "R" zwischen "THATO" und "TELEGRAPHY", der nur zweimal im Geheimtext vorkommt, bietet sich ein "F" an und für das zweibuchstabige Wort "UI" ein "IS", zumal das "U" (für das "I") neunmal vorkommt.

Damit lautet nun der teilentschlüsselte Anfang des Klartextes

THE*OSTI*PORTA*TTE*H*I*AL...

Dies legt für das hier zweimal vorkommende "W" die Entschlüsselung "M" und für das insgesamt sechsmal vorkommende "G" die Entschlüsselung "N" nahe. Dann hieße "TE*HNI*AL" sicherlich "TECHNICAL", also stünde das viermal vorkommende "Q" fü ein "C".

Nun kann man leicht die Entschlüsselungstabelle vervollständigen

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
B E - H M - N - S - T W - - G A C F Y P I L O R U -

und damit den vollständigen Klartext entschlüsseln:

THE MOST IMPORTANT TECHNICAL DEVELOPMENT WHICH HAS ASSISTED IN
THE BIRTH OF COMMUNICATION THEORY IS THAT OF TELEGRAPHY


Bei einem Klartext-Geheimtext-Angriff hätte man sofort die obige Entschlüsselungstabelle ermitteln können oder die für die Ermittlung des Schlüsselwortes wichtigere Verschlüsselungstabelle.


Bei der Erzeugung "zufällig" permutierter Geheimtextalphabete wendet man oft die von Wheatstone vorgeschlagene Methode der Verwendung eines Schlüsselwortes an. Daher kann man noch versuchen, dieses Schlüsselwort zu finden. Dazu vertauscht man zunächst die beiden Zeilen der Entschlüsselungstabelle und sortiert wieder nach der oberen Zeile, um die verwendete Verschlüsselungstabelle zu erhalten

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
P A Q - B R O D U - - V E G W T - X I K Y - L - S -

Versucht man durch Spaltenbildung die Buchstaben "A" und "B" im Geheimtextalphabet nebeneinander zu bringen, was dann gleichzeitig die Buchstaben "F" und "G", "K" und "L", "Q" und "R", "U" und "V", "V" und "W", "W" und "X" und die Buchstaben "X" und "Y" zusammenbringt, so erhält man die Anordnung

P*O*ETI*S
ABD*G*KL*
QRUVWXY*

In der letzten Zeile fehlt noch der Buchstabe "Z" und in der zweiten Zeile fehlen noch die Buchstaben "F", "J", und "M", so daß für das Schlüsselwort noch "H", "N" und "C" übrig bleiben. Es entsteht das Schlüsselwort

PHONETICS

Damit ist dann auch der vollständige Schlüssel mitsamt Schlüsselwort rekonstruiert.


Autor: Udo Hebisch
Datum: 18.05.2016