Lösung zu Aufgabe 40

Zu entschlüsseln ist das Kryptogramm

NXRPC  GACPU  RFCAW  UVFSW  QWRXU  OBXVW  AQXVF  KRFWP  KRTCX
XWARF  SVFKD  CFCLO  VXEGK  VPECZ  PDWFS  COCGK  CXAWO  BYKUV
GGCGL  CXCIV  ACGKR  FIVGK  PWGCG  BXVEC  XGGWR  AUWPE  VQRFP
CFKRT  CGWPP  VYFKC  AQVXK  DCXWK  DCXUW  PEUYG  KCXKX  CFAVQ
KDCUR  GK

Eine Häufigkeitsanalyse liefert

ABCDE FGHIJK LMNOP QRSTUV WXYZ
932455 131502016 201411 51132814 151631

Die häufigsten Bigramme sind "CX" (siebenmal). "GK" und "CG" (sechsmal), "RF" (fünfmal), "WF", "FK", "DC", "KD", und "KR" (je viermal). Das häufigste Trigramm ist "KDC".

Daher wird man "KDC" versuchsweise zu "THE" zu entschlüsseln, zumal "C" der häufigste Buchstabe im Geheimtext ist. Die häufigsten englischen Bigramme, die mit "E" beginnen sind "ER" und "ES". Diesen würden im Geheimtext "CX" und "CG" entsprechen. Die häufigsten Bigramme, die mit "T" enden sind "AT" und "ST". Hierfür käme im Geheimtext "GK" in Frage. Man wird daher versuchen, "G" zu "S" zu entschlüsseln und "X" zu "R". Beide Buchstaben kommen auch sehr häufig im Geheimtext vor. Die Sequenz "KDCXWKDCX" in der vorletzten Zeile lautet dann "THER.THER" und könnte für "THE RATHER" stehen. Also wäre das ebenfalls sehr häufige "W" durch den häufigen Vokal "A" zu entschlüsseln. Die Sequenz "OCGKCXAWO" lautet dann ".ESTER.A." mit demselben seltenen Buchstaben am Anfang und Ende. Es könnte also "YESTERDAY" heißen. Dann wäre "O" zu "Y" und "A" zu "D" zu entschlüsseln.

Die beiden häufig auftretenden Geheimtextbuchstaben "R" und "F" treten häufig gemeinsam als "RF" und in den Bigrammen "KR" und "FK" also als "T." und ".T" auf. Es könnte sich daher um "I" (für "R") und "N" (für "F") handeln. Bei den beiden noch verbleibenden häufigen Buchstaben "G" und "V" handelt es sich dann wohl um "O" und "S", wobei die Sequenz "VGGCG" wohl eher "OSSES" als "SOOES" vermuten läßt. Dann lautet die Sequenz "RFIVGKPWGCG", also "IN.OST.ASES", wohl "IN MOST CASES", d. h. "I" steht für "M" und "P" für "C".

Nun kann man leicht die Entschlüsselungstabelle vervollständigen

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
D B E H K N S - M - T W - P Y C F I G V L O A R U X

Damit erhält man den Klartext

PRICES DECLINED ALONG A FAIRLY BROAD FRONT IN ACTIVER RADING ON THE NEW YORK STOCK EXCHANGE YESTERDAY BUT LOSSES WERE MODEST IN MOST CASES BROKERS SAID LACK OF INCENTIVES ACCOUNTED FOR THE RATHER LACK LUSTER TREND OF THE LIST


Bei einem Klartext-Geheimtext-Angriff hätte man sofort die obige Entschlüsselungstabelle ermitteln können oder die für die Ermittlung des Schlüsselwortes wichtigere Verschlüsselungstabelle.


Bei der Erzeugung "zufällig" permutierter Geheimtextalphabete wendet man oft die von Wheatstone vorgeschlagene Methode der Verwendung eines Schlüsselwortes an. Daher kann man noch versuchen, dieses Schlüsselwort zu finden. Dazu vertauscht man zunächst die beiden Zeilen der Entschlüsselungstabelle und sortiert wieder nach der oberen Zeile, um die verwendete Verschlüsselungstabelle zu erhalten

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
W B P A C Q S D R - E U I F V N - X G K Y T L Z O -

Versucht man durch Spaltenbildung die Buchstaben "B", "C", "D" und "E" im Geheimtextalphabet nebeneinander zu bringen, so erhält man die Anordnung in Spalten der Länge drei

WAS*INGTO
BCDEF*KL*
PQRUVXYZ

Wenn man in der ersten Zeile ein "H" ergänzt, fehlen in der zweiten Zeile noch genau die Buchstaben "J" und "M". Es entsteht das Schlüsselwort

"WASHINGTON"

Damit ist dann auch der vollständige Schlüssel mitsamt Schlüsselwort rekonstruiert.


Autor: Udo Hebisch
Datum: 18.05.2016