Ternäre Codes



Unter einem Ternärcode versteht man einen Code über einem Alphabet mit q = 3 Zeichen. Im Unterschied zu Binärcodes, bei denen alle Codewörter über einem Binäralphabet, meistens B = {0,1}, dargestellt werden, benutzt man bei Ternärcodes also ein dreibuchstabiges Alphabet, meistens T = {0,1,2}.

Neben dem Morsecode, bei dem aber die drei Zeichen Punkt ".", Strich "-" und Pause " " (Leerzeichen) benutzt werden und die Codewörter unterschiedliche Länge haben, hat der Abaddon-Code mit dem Alphabet A = {ϸ, μ, ¥} in privaten Geheimschriften noch einige Bedeutung erlangt. Dieser ist ein Blockcode, d. h. alle Codewörter haben dieselbe feste Länge n. Benannt wurde er nach dem hebräischen Wort abad = "Untergang, Abgrund, Vertilgung" bzw. dem griechischen abaton = "Grube". In den Offenbarungen 9,11 des neuen Testaments wird Abaddon (griechisch übersetzt meist "Apollyon") als der "Engel des Abgrunds" bezeichnet. Dieser Zusammenhang soll also dem Code eine geheime mystische Bedeutung verleihen.

Bei einem ternären Blockcode der Länge n = 3 stehen insgesamt qn = 33 = 27 Codewörter zur Verfügung. Daher können die 26 Buchstaben sowie das Leerzeichen auf diese 27 Codewörter beliebig (zufällig) verteilt werden und diese konkrete Verteilung stellt dann den Schlüssel für eine Verschlüsselung durch einfache Substitution dar. Diese kann daher wie gewohnt mit einer Häufigkeitsanalyse (für die Blöcke der Länge n = 3) gebrochen werden. Beim Abaddon-Code wird allerdings üblicherweise die folgende feste Verteilung benutzt, es handelt sich also streng genommen nicht um eine Verschlüsselung, sondern um eine Codierung, da kein geheimer Schlüssel benutzt wird.

000001002010011012020021022 100101102110111112120121122 200201202210211212220221222
ϸϸϸϸϸμϸϸ¥ ϸμϸϸμμϸμ¥ ϸ¥ϸϸ¥μϸ¥¥ μϸϸμϸμμϸ¥ μμϸμμμμμ¥ μ¥ϸμ¥μμ¥¥ ¥ϸϸ¥ϸμ¥ϸ¥ ¥μϸ¥μμ¥μ¥ ¥¥ϸ¥¥μ¥¥¥
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Autor: Udo Hebisch
Datum: 23.03.2017