Einwegschlüssel nach Vernam



Nach Gilbert Sandford Vernam (1890 - 1960) ist der Spezialfall der Vigenère-Verschlüsselung benannt, bei welcher der Schlüssel genauso lang ist wie der Klartext. Sind dann auch noch die einzelnen Buchstaben des Schlüssels zufällig und gleichverteilt gewählt und wird jeder so erzeugte Schlüssel nur für einen einzigen Klartext verwendet, so spricht man von einem Einwegschlüssel-Verfahren (One-Time-Pad). Wie Claude Shannon (1916 - 2001) in seiner Arbeit Communication Theory of Secrecy Systems dann 1949 zeigte, ist diese Art der Verschlüsselung perfekt sicher, d. h. der Geheimtext liefert ohne den Schlüssel keine Information über den Klartext (und natürlich ebenso wenig über den Schlüssel). Es ist bis heute auch das einzige Verfahren, von dem diese perfekte Sicherheit bewiesen wurde.

Neben diesem theoretischen Vorzug hat das Verfahren allerdings eine große praktische Schwäche. Da der Schlüssel genauso lang sein muß wie der Klartext und überdies nur einmal verwendet werden darf, muß vor jedem Nachrichtenaustausch ein neuer Schlüssel zwischen Sender und Empfänger der Nachricht vereinbart werden. In der Praxis wurde dieses Verfahren aber doch von Spionen zur Zeit des Kalten Krieges benutzt, die mit einem hinreichend großen Vorrat von derartigen Schlüsseln in Form von kleinen Büchlein ausgestattet waren.

  


Weitere Informationen zum One-Time-Pad: http://users.telenet.be/d.rijmenants/en/onetimepad.htm
Autor: Udo Hebisch
Datum: 20.04.2011