Perspectiva Literaria

(Einleitung III)

Johannes Lencker


Einleitung I
Einleitung II

UNd damit auch die jhenigen (so der Architectur bas verstendig) sehen
das sie solchen meinen weg/ derselben auch applicirn und dazu gebrauchen
mügen/ hab ich ein klein Exempel eines verruckten Brunnengestells hinzu setzen
wöllen.

DEßgleychen auch damit du sehen magst/ das die Buchstaben diese Alpha=
bets/ durch den allgemeynen gebreuchlichen weg der Gytterlinien/ ferner
nach eines yeden gefallen vergröst und verjüngt/ auch zu Capitaln oder Schrifften
gebraucht werden mögen/ so hab ich das wort Perspectiua/ aus dem volgenden
Alphabet genommen/ und also zu anfang dises Werckleins verjungt/ fürreys=
sen wöllen.

DAs ich aber das Fundament/ wie man alle diese/ und viel andere schwere
ding/ zu werck ziehen und machen soll/ auff diß mal hindterhalt unnd/ nit
mit an tag kummen laß/ geschicht der ursach/ Weyl diß Wercklein etwas zu klein=
fügig und geringschetzig/ desselben nit werdt ist/ will dich derwegen günstiger lie=
ber Leser freundtlich gebetten haben/ solche meine kleine Arbeyt/ günstig auff zu=
nemen (wie es dann fürwar aus gutem hertzen dargeben wirdt) und also mit für
lieb nennen. Der gütige Herr Gott verleyhe/ das wir alle seine gaben zu seiner
heyligen Ehr/ und nutz des Nehsten/ wol gebrauchen mögen. Geben zu Nürm
berg/ den 25. Octobris Amen rc. 1567.