Ammoniten

Versteinerung eines Ammoniten, Verwandte der heute lebenden Tintenfische, aus der Sahara. Die Bezeichnung "Ammoniten" leitet sich von dem Namen des ägyptischen Gottes Ammon ab, der einen Widderkopf besaß. Das Skelett der Ammoniten ist also genauso spiralförmig gewunden wie die Hörner eines Widders.

Bei den Ammoniten handelt es sich um eine ausgestorbene Gruppe von Kopffüßern, die etwa 350 Millionen Jahre lang in den Meeren lebte. Ihre Entwicklung begann im Devon mit den Altammoniten (Goniatiten) und führte über die Ceratiten-Formen des Trias zu den eigentlichen Ammoniten der Jura- und Kreidezeit, die in riesiger Formenfülle auftraten, bis sie vor 65 Millionen Jahren zusammen mit den Dinosauriern ausstarben. Die Ammoniten sind für die zeitliche Gliederung der Erdgeschichte von großer Bedeutung. Insgesamt wurden bis heute über 7000 Arten beschrieben.

Heute sind die Kopffüßer durch die Tintenfische, Kalmare, Kraken und den Nautilus vertreten. Er trägt als einziger hiervon ein Gehäuse und ist der letzte lebende Vertreter der Nautiliden, einer Gruppe, die im frühen Erdaltertum ihre Blütezeit hatten.

Das Gehäuse der Ammoniten war spiralförmig aufgerollt, aber im Unterschied zu den Gehäusen der Schnecken in zahlreiche Kammern gegliedert. Das Ammonitentier lebte nur in der äußersten Kammer, die eine Länge zwischen einer halben und eineinhalb Gehäusewindungen haben konnte. Die Wohnkammer war über einen Luftschlauch mit den übrigen Kammern verbunden. Durch Veränderung des Luftinhaltes konnte das Tier im Wasser auf- und absteigen. Beim Wachsen verlängerten die Ammoniten die Außenschale und zogen hinter sich eine neue Kammerswcheidewand ein. Dort, wo diese Wände mit der Außenschale zusammenwuchsen, bildeten sich Verwachsungsnähte, die Lobenlinien. Sie sind nur auf den Steinkernen der Ammonitengehäuse sichtbar. Sie stellen ein wichtiges Hilfsmittel zur Bestimmung der jeweiligen Art dar.

Versteinerung eines Placenticeras neeki, eines Ammoniten aus der Kreide von Süddakota. Die äßerste Kammer fehlt wie bei den meisten gefundenen Exemplaren. Die Lobenlinien sind bei dieser Art sehr kompliziert strukturiert.











Versteinerung eines in den USA gefundenen gezackten Hoploscaphites-Ammoniten, dessen Perlmuttglanz erhalten geblieben ist.















Kopffüßer Ceratites nodosus, ein Hauptfossil des oberen Muschelkalk (Saarland ?).

















Ausschnitt einer Versteinerung eines Ammoniten, Alter ca. 70 Millionen Jahre.