Diese R-Körper (von engl. Reflactile Body,
da sie unter dem Mikroskop im Gegenlicht hell
erscheinen) sind Proteinbänder, die wie
Luftschlangen aufgerollt sind. Sie finden sich
in manchen Bakterien der Art
Caedibacter taeniospiralis,
die ihrerseits im Innern von Pantoffeltierchen
(Paramaecium aurelia) mit diesen in Symbiose
leben. Dabei genießen die Bakterien den
Schutz innerhalb des Pantoffeltierchens, während
sie dieses im Gegenzug mit wichtigen Vitaminen
versorgen.
Die R-Körper enthalten nun einen Giftstoff, gegen den die mit dem Bakterium in Symbiose lebenden Pantoffeltierchen allerdings genetisch immunisiert sind. Infiziert sich aber ein nicht in Symbiose lebendes Pantoffeltierchen mit diesem Toxin, indem es einen R-Körper verschluckt, so wird seine Zellmembran zerstört und es stirbt. Die in Symbiose lebenden Pantoffeltierchen haben dadurch einen Selektionsvorteil gegenüber ihren "solo" lebenden Artgenossen.
Durch Experimente mit isolierten R-Körpern fand man heraus, daß schon geringfügige Änderungen des Säuregehaltes in seiner Umgebung das schlagartige Aufwinden der spiralförmigen Eiweißkörper bewirken. (Das Bild zeigt einen sich aufwindenden R-Körper.) Hierdurch wird die Zellmembran des Bakteriums durchbohrt und das Gift gelangt in das Pantoffeltierchen. Dieses stirbt dank seiner Immunisierung zwar nicht daran, aber es wird zu hektischer Aktivität veranlaßt und greift seine Artgenossen an, indem es Bakterien und R-Körper ausstößt.
Die R-Körper wurden auch in dem Bakterium Pseudomonus avenae entdeckt, welches Getreide infizieren kann und dessen Halme und Blätter daraufhin bleichen und absterben.