Tartaglia, Nicolo

Nicolo Tartaglia, sein Familienname war Fontana, wurde 1499/1500 in Brescia geboren. 1512 erlitt er bei der Einnahme von Brescia durch die Franzosen eine schwere Gesichtsverletzung, die auch einen Sprachfehler zur Folge hatte. Er führte seitdem den Namen Tartaglia (= Stotterer). Später war er Rechenmeister in Brescia und Verona, 1534 Professor der Mathematik in Venedig. Er starb am 17. Dezember 1557 in Venedig.

Im Jahre 1535 stellte Antonio Maria Fior, ein Schüler del Ferro's, Tartaglia 30 Aufgaben, die alle auf die Lösung einer kubischen Gleichung hinausliefen. Tartaglia fand daraufhin die Lösungsformel und löste alle Aufgaben. Später teilte Tartaglia die Lösungsmethode Cardano in Form eines Sonettes mit, wobei er diesen um Geheimhaltung bat. Als Cardano dann die Lösungsformeln in seinem Buch Ars magna sive de regulis algebraicis 1545 veröffentlichte, kam es zu einem heftigen Streit zwischen beiden.

Tartaglia's mathematisches Hauptwerk ist das 1556-1560 erschienene dreibändige Trattato di numeri et misure, in dem allerdings keine kubischen Gleichungen behandelt werden. Seinen Streit mit Cardano bezüglich der Lösungsformeln für die kubische Gleichung beschreibt er 1546 im vierten Buch seiner Quesiti et inventione diversi, in dem meist naturwissenschaftliche Fragen behandelt werden. In seiner Schrift La nova scientia von 1537 untersucht er u. a. die Flugbahn eines Geschosses und kommt zu dem Schluß, daß sie sich aus drei Teilen zusammensetz: einer geradlinigen Bewegung in Richtung des Geschützrohres, dann infolge der Schwerkaraft auf einer Kreisbahn, bis es zuletzt senkrecht nach unten fällt.