Spiralen in der Kunst

Spiralen sind nach wie vor als Ornamente zeit- und kulturübergreifend beliebt. STOLL schreibt sogar: "Es gibt in der kulturellen Entwicklung des Menschen von der Steinzeit bis heute keine Epoche, in der sich die Spirale nicht als Gestaltzeichen findet." Der Grund hierfür könnte sich in der Vielzahl der natürlichen Vorkommen von Spiralen abzeichnen. Unabhängig davon drängt sich bei jedem freien Gestalten die Spiralform nahezu auf.

Besonders zahlreich sind Spiralen in Kunst und Architektur des antiken Griechenland. Die Köpfe Ionischer Säulen laufen auf beiden Seiten spiralförmig zu. Bei Mosaiken finden sich Spiralen in Form periodischer Wellenmuster. Es finden sich jedoch auch Figuren, die deutlich an den Fruchtstand von Sonnenblumen erinnern und logarithmische Spiralen beinhalten.

Gemälde von PAUL KLEE

In der Malerei sind es einige der ganz Großen, die sich mit der Spiralgestalt auseinandergesetzt haben: In den Bildern Leonardo Da Vincis (1452-1519) ist die Spirale ein häufiges Motiv. Auch in seinen technischen und architektonischen Arbeiten spielen Spiralen und Schraubenlinien eine große Rolle.

Albrecht Dürer (1471-1528) hat sich bei der Spirale vor allem um explizite Konstruktionsvorschriften bemüht. Auch bei Vincent van Gogh (1853-1890) und Paul Klee (1879-1940) sind Spiralen häufige Motive. In enger und bewußter Verbindung zur Mathematik stehen die Graphiken von M.C.Escher (1898-1972). Unter ihnen findet sich neben zahlreichen Täuschungen auch das Spiralmotiv - zum Beispiel in Form von Kugelloxodromen.

Die Spirale tritt jedoch nicht nur in der "großen Kunst", sondern auch im alltäglichen Leben auf. Wird eine Torte mit der Sahnespritze verziert, oder soll eine Signatur besonders prächtig ausfallen, so ist die Spirale sicherlich eines der beliebtesten Motive.

Quellen: Spiralen - Ein Kapitel phänomenaler Mathematik (Johanna Heitzer)